Die Alternative
Die freie Gesellschaft - 21.03.2009
Kapitalismus: Welche Alternative gibt es zu diesem Wahnsinn? - 24.11.2008
Geschichte der Rätedemokratiebewegung! 2 - 5.10.2008
Geschichte der Rätedemokratiebewegung 1 - 10.8.2008
Ist Basisdemokratie in der Massengesellschaft möglich? - 31.08.2007
Der schnelle Fall der Marktwirtschaft und die basisdemokratische Alternative. - 1.7.2007
Mexikanische Gewerkschaften und Basisorganisationen schlagen gemeinsames
Handeln für Mindestlohn vor - 13.5.2007
Du bist Oaxaca! - 7.3.07
Von St. Petersburg 1905 nach Oaxaca 2006 - 7.2.2007
Die Lehren des Oktobers 2006 in Oaxaca für die Basisdemokratie - 8.11.2006
Sie machen Kriege, wir machen Emanzipation - Angespannte Lage in Oaxaca - 30.9.06
Rohstoffkriege und Sozialdemontage, Teil II. Die Alternative -
15.07.2006
Basisdemokratie - 7.05.2006
Die Arbeiter sind keine Zocker - Volksaktien - März 2006
Wie wir ein Unternehmen selbst übernehmen und führen können. - Januar 2006
Die freie Gesellschaft
Norbert Nelte
Das Ziel der Marxisten ist nicht die Arbeiterrätegesellschaft, sondern die freie Gesellschaft. Die demokratische Arbeiterrätegesellschaft ist nur eine notwendige Übergangsform für die freie Gesellschaft.
Hier wird es keine Arbeiter mehr geben, sondern nur noch gleichberechtigte Menschen die nach dem Prinzip leben, „Jedem nach seinen Bedürfnissen, Jedem nach seinen Fähigkeiten“. Das wird aber letztlich nur möglich sein, wenn das Geld, der Leistungsdruck und der Staat als Kontrollorgan abgeschafft sind. Und hier erkennt man schon das Problem, warum man diese Gesellschaft nicht direkt einführen kann, wie es die Anarchisten wollen. Anfangs werden noch einige Kapitalisten oder Kapitalistenhelfer trotz ihrer kleinen Minderheit von 5% in Europa im Untergrund alle Hebel in Bewegung setzen, um ihre Entmachtung wieder rückgängig zu machen.
Außerdem kann die freie Gesellschaft nicht mit „ordre de mufti“ von oben eingeführt werden. Wir haben doch alle die Erfahrung gemacht, dass man einen Kapitalismusanhänger kaum von der Arbeiterräterepublik überzeugen kann, und sei er schon seit 40 Jahre Arbeiter. Die Ideen der Herrschenden sind immer noch die herrschende Meinung. Die Herrschenden verbreiten ihre Meinungen mit der „Millionäspresse“. Der Verleger muss auch wie alle Kapitalisten eine Millionen besitzen, um eine Zeitung drucken zu können. Die Werbung wird da nur geschaltet, wenn sie staatstragend ist, wenn sie beispielsweise auf Seiten Israels ist. Ausnahme bildet jetzt das Internet, aber denen glaubt der Uninformierte einfach nicht. Das Internet führt noch eher zu kleinbürgerlichen Theorien wie Geld- 3.- Weg- oder Verschwörungstheorien, denn zur Emanzipation. Jedenfalls führen die Infos der unterdrückten Nachrichten nur im Kleinbürgertum wie z.B. über die „Online-Überwachung“ zu stärkeren Demos wie 1984 mit der Volkszählung, aber immerhin. Im Arbeiterbereich bleibt die Mobilisierung zu Internetzeiten eher unter denen, der 70 er Jahre. Das hat noch mit der 68-Bewegung zu tun.
Weiter
Kapitalismus: Welche Alternative gibt es zu diesem Wahnsinn?
Francis Byrne - 24.11.2008 |
|
Neoliberalismus am Ende
Das neoliberale Zeitalter ist vorbei. Die Finanzkrise entwickelt sich rasant zur Krise der gesamten Weltwirtschaft. Immer mehr Menschen fragen jetzt: Gibt es nicht eine Alternative zu diesem Wahnsinn? Innerhalb von wenigen Wochen sind Vermögen im Werte von hunderten Milliarden Euro einfach verpufft. Auch politisch hat die sich rasant verschlimmernde Krise erhebliche Auswirkungen: Den Massen wurde mit der Ideologie des Neoliberalismus in den letzten 30 Jahren weisgemacht, dass die freien Kräfte des Marktes Sicherheit und Wohlstand garantieren würden. Jetzt legen Regierungen Milliardenprogramme für Banken und Industriebetriebe auf. Die Doktrin vom schlanken Staat wurde innerhalb von Wochen über Bord geschmissen. Die Verluste durch die Scheingeschäfte und Wetten sollen nun vom Staat übernommen werden.
Das Sozialprodukt der weltweiten Realwirtschaft beträgt etwa 50 Billionen Dollar im Jahr. Das Kartenhaus der Spekulation, der Finanzwetten und der Wetten auf die Finanzwetten beträgt ein Vielfaches mehr. Dieses Kartenhaus bricht nun zusammen. Und mit dem Zusammenbrechen der irre-hochgetürmten Scheinwirtschaft stehen Millionen arbeitende Menschen vor den Trümmern ihrer Zukunftshoffnungen. Millionen von Menschen in der ganzen Welt sorgen sich um ihre Arbeitsplätze, um ihre Renten, um ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Kinder. |
Weiter
| Geschichte der Rätedemokratiebewegung! 2
Norbert Nelte , 05.10.2008
|
2. Nach dem 2. Weltkrieg
1. bis zum 2. Weltkrieg
Direkt nach dem 2. Weltkrieg, noch vor dem offiziellen Ende, bildete hauptsächlich die KPD in allen Städten ganz Deutschlands Arbeiterräte. Sie nannten sich Antifa-Komitees und am 19. April 1945, also einen Monat vor der offiziellen Kapitulation, fand bereits das erste Treffen von Betriebsräten aus sechs Ruhrstädten illegal statt. In einem Bericht der amerikanischen Historiker Almond und Kraus werden diese Verhältnisse deutlich:
»Fast ausnahmslos wurden die alliierten Truppen bei der Besetzung größerer deutscher Städte von Delegationen linker Antifaschisten empfangen, die fertige Programme, Kandidaten für die örtliche Verwaltung und Unterstützung bei der Durchführung Entnazifizierung bereit hielten. Ihre Untergrundorganisationen hatten die Grundlage für eine rasche Rekrutierungskampagne vorbereitet.«
Nur, weil die Räte nicht selber spontan erkämpft waren, wurden sie auch am 19.4.45 von den USA und den Russen verboten. In dem Moment, wo sie von oben organisiert gegründet wurden, waren sie auch schon verboten, weil keine breite Bewegung dahinter stand. Nach dem Krieg gab es zwar eine Zustimmung zum Sozialismus in ganz Deutschland von 80%, aber die Menschen waren mit dem direkten Überleben beschäftigt.
Norbert Nelte: „Generalstreik 1948: Nie wieder Krupp!"
Weiter |
| Geschichte der Rätedemokratiebewegung 1
Norbert Nelte , 10.08.2008
|
1. bis zum 2. Weltkrieg
2. nach dem 2 Weltkrieg
»Hallo. Wer ist da?«,
»Hier ist der Fiat-Sowjet.«,
»Ah!... Entschuldigung... Ich rufe wieder zurück...«
Als Karl Marx im 19. Jahrhundert den wissenschaftlichen Sozialismus entwickelte und dabei die Arbeiterklasse der Lohn- und Gehaltsabhängigen als zukünftige herrschende Klasse ausmachte, gab es noch kein Beispiel für die Form ihrer Herrschaft. Im Gegenteil, sie war gerade im Entstehen begriffen.
Als Engels über Köln in einem Brief sich äußert, berichtet er ganz begeistert, dass dort schon über 6.000 Arbeiter leben. Heute gehören in ganz Europa von den 500 Millionen Einwohnern 85% zur Arbeiterklasse, also 425 Millionen Arbeiterinnen, Angestellte und ihre Familien. Die Arbeiterklasse hatte zu Marxens Zeiten noch nur einen verschwindend geringen Umfang und er konnte sich nur theoretisch abstrakt mit ihr als führende Klasse beschäftigen. Obwohl der erste Hinweis dazu aber von Friedrich Engels als praktischem Theoretiker kam, war so besehen die Entdeckung der Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt eine geniales Werk durch beide großen Theoretiker.
Der Arbeiter ist nicht aus moralischen Gründen von sich aus zu der nächst höheren Gesellschaftsform fähig, sondern wegen seiner Stellung zu den Produktionsmittel. Er ist objektiv internationalistisch. Was hat der VW-Kollege davon, wenn der südafrikanische Kollege nur 4 €uro verdient? Ihm schadet es nur, weil dann ein Dumping-Auto ihn arbeitslos macht. Er muss darunter leiden, wenn die Arbeitshetze steigt und der Lohn sinkt.
Weiter |
Ist Basisdemokratie in der Massengesellschaft möglich?
Norbert Nelte
31.08.2007
Was ist anders am Basisplan gegenüber dem Bürokratenplan der DDR?
Es ist für manche sehr schwer vorstellbar, wie die Basisdemokratie der Indianer auf eine Gesellschaft von 80 Millionen übertragen werden soll. Sollen alle 80 Millionen Leute im Kreis um das Lagerfeuer herum sitzen und sich beraten oder wie?
Aber auch bei den Indianern hatte man schon ein Delegiertensystem gehabt. Die bei kriegerischen Auseinandersetzungen jedes Mal neu gewählten Heerführer waren andere Personen als die für eine Periode gewählten Häuptlinge, das waren die Alten und Erfahrenen. Die Heerführer mehrerer Clans und manchmal sogar mehrerer Stämme stimmten dann ab, was das Volk ihnen aufgetragen hat, oder sie wurden abgewählt. In Bulgarien in Warna während der Broncezeit vor 5.000 Jahren wurde - ein oft festgestellter Brauch - nach jeder Wahlperiode der Stammesführer symbolisch begraben, bzw. seine Häuptlingsutensilien und dann wurde wieder neu gewählt, vielleicht wieder der alte, wenn er seine Arbeit gut gemacht hatte und dem Clan reiche Friedenszeiten gebracht hatte.
Erst in der Übergangsgesellschaft der Irokesen, als auf Grund der Sesshaftigkeit und damit der Entwicklung des Mehrproduktes die Häuptlinge und Heerführer ihr Amt vererbt hatten, wurden die Wahlen abgeschafft. Der sich in der Welt dann entwickelnde Adel nahm das Mehrprodukt an sich. Weil das Mehrprodukt nun in einer Hand konzentriert war, konnte die Kanalisation, die Architektur, der Städtebau, die Sternenkunde usw. entwickelt werden. In der Übergangsgesellschaft des mittleren Reiches von Ägypten waren die Priester noch die „Delegierten" der Stämme. Über die Priester hatten die Stämme noch Einfluss behalten. Erst Echnaton des Neuen Reiches versuchte ca. 1350 vor Christus die Priester zu entmachten.
Weiter
Der schnelle Fall der Marktwirtschaft und die basisdemokratische Alternative.
Internationale Sozialisten
1.7.2007 
(Diskussion zum NLO-Schwerpunktthema Die Krise der bürgerlichen Demokratie von „Die Welt ist keine Ware")
Vorwort
Das Netwerk Linke Opposition ist ohne eine aktive, unabhängig von der sozialdemokratischen Gewerkschaftsführung handelnde Arbeiterklasse, wie wir sie vom Opel-Streik her kennen, nichts, nur ein Sammelsurium von Individuen und Kleingruppen. Es bekommt erst mit den sich emanzipierenden Massen einen Einfluss in der Politik, mit dem es wiederum die entstehende Arbeiterbewegung unterstützen kann, nichts anderes ist sein Sinn. Der Streik bei Opel war nur ein früher Vorläufer einer bald entstehenden starken Basisbewegung in den Betrieben. Dann braucht es aber auch revolutionäre Visionen. Noch gibt es diese Bewegung nicht, aber die Wehen zu ihrer Geburt haben schon eingesetzt. Da nun „Die Welt ist keine Ware" mit dem Papier „Die Krise der bürgerlichen Demokratie" die Diskussion in der NLO zu der Alternative des bürgerlichen Parlamentes eröffnet hat, möchten wir unsere Thesen vortragen, auch, wenn man heute noch nicht die vorgetragenen verschiedenen Thesen in der Praxis einer eigenständigen Arbeiterbewegung überprüfen kann.
In dem Papier der Gruppe „Die Welt ist keine Ware" sind zwei Punkte ausgeklammert, die aber für den Erfolg einer basisdemokratischen Bewegung bzw. Revolution unabdingbar sind.
1. Der neue Staat wird von der alten Herrschaft aus dem In- und Ausland angegriffen werden. Für eine Übergangszeit muss er den Widerstand gegen diese Angriffe u.a. auch zentral organisieren, sonst ist er dem Untergang geweiht.
2. Der neue Staat muss darauf bedacht sein, sich und die Rätebewegung international auszuweiten.
Weiter
, 30.05.2007 - bisherige Aufrufe: 696
Mexikanische Gewerkschaften und Basisorganisationen schlagen gemeinsames Handeln für Mindestlohn vor
Francis Byrne
13.5.2007
Arbeiterinnen und Arbeiter in Mexiko entdecken ihre objektiven Interessen
Ein Bündniss aus kämpferischen Gewerkschaften und Basisgruppen aus Mexiko hat den lohnabhängigen Massen Nordamerikas eine Kampagne für einen gemeinsamen Mindestlohn vorgeschlagen.
Lohnkürzungen und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen
1994 wurde in Nordamerika die Freihandelszone NAFTA gegründet, das North American Free Trade Agreement. Dieses Abkommen leitete eine Spirale von stark sinkenden Löhnen und schlechteren Arbeits- und Lebensbedingungen ein. Zudem machte es den Weg für den profitorientierten Verkauf von öffentlichem Eigentum frei. Diese Politik ist die Folge der Konkurrenz zwischen den verschiedenen Firmen und Konzernen. Ausgetragen wird diese Konkurrenz in Nordamerika - wie auch woanders - auf dem Rücken der Massen, die nichts zu verkaufen haben als ihre Arbeitskraft.
Eine besonders Starke Waffe der Bosse ist die Drohung, Betriebe in Länder zu verlagern, in denen es weniger Lohn und weniger Rechte gibt.
Weiter |
, 31.03.2007 - bisherige Aufrufe: 704
Du bist Oaxaca!
Norbert Nelte
7.3.07
Wie, was hat Oaxaca mit mir zu tun, denkst Du, mir wird hier die Rente gekürzt und bei der Telekom in Castrop-Rauxel werde ich auf die Straße gefeuert.
Aber die Probleme sind die gleichen, sie stellen sich dort nur viel schärfer. Der Widerstand der kleinen Leute ist aber auch entsprechend entschlossener. Genau aus diesem Grund aber kann die mexikanische Bewegung letztlich die deutsche soziale Bewegung beeinflussen. Der Kapitalismus arbeitet international überall gleich, aber nicht zur gleichen Zeit ab. Das Siechtum des Kapitalismus (1) führt aber dazu, dass mit rasender Geschwindigkeit die Verhältnisse sich angleichen. Die Tariflöhne der Friseurinnen in Ostdeutschland von 3 €uro sind schon auf gleicher Höhe von manchen chinesischen Facharbeitern und nur die ergänzende Sozialhilfe ALG II kann sie vor der totalen Verelendung retten.
So ist es auch kein Zufall, dass die sozialen Themen in Mexiko sich wie überall mit unseren decken. Wie überall wird die Rente gekürzt, bei uns auch noch das Rentenalter auf 67 erhöht. In Mexiko gibt es große radikale Demonstrationen gegen die Erhöhung des Rentenalters. Im mexikanishen Oaxaca haben 70.000 Lehrer für höhere Löhne und eine bessere Schulausstattung über ein halbes Jahr lang gestreikt. Auch in Deutschland demonstrierten die Lehrer gegen die Sozialkürzungen und die Eltern müssen selber das Klassenzimmer tapezieren.
In Deutschland ist die Abwehrfront gegen die Sozialkürzungen und Entlassungen kaum aktiv und Dich beschleicht das Gefühl, dass die katastrophalen Folgen der Globalisierung, die ewigen Sozialkürzungen und Kriege ohne Ende, frau/man wie eine Naturkatastrophe über sich ergehen lassen müsse, die Kollegen hier ließen alles mit sich gefallen.
Nicht so in Mexiko. Der Lehrerstreik in Oaxaca hat zu einem Aufstand in dem ganzen Bundesstaat geführt, woraus die basisdemokratischen Arbeiterräte APPO entwachsen sind. Der Aufstand wurde zwar erst einmal vom herrschenden Kapital niedergeschlagen, aber es kann die gesamte Bewegung nicht mehr stoppen. Jetzt erst wieder, anlässlich des Frauentages am 8.3., gab es einen Megamarsch mit 100.000 Demonstranten (Foto oben)
Weiter |
, 07.02.2007 - bisherige Aufrufe: 716
Von St. Petersburg 1905 nach Oaxaca 2006
Francis Byrne
7.2.2007 
Rätedemokratie statt Bonzenherrschaft!
„Wenn die Nacht am tiefsten ist der Tag am nächsten ..."
Schaut man sich die politische Lage im Moment an, ist es wirklich dunkle Nacht: Kriege, Massenarbeitslosigkeit, Verarmung durch Hartz IV, Abschottungspolitik und Hoffnungslosigkeit prägen den Beginn des neuen Jahrhunderts. Der kommende Krieg gegen den Iran wird die Nacht noch grauenhafter machen. Die Menschheit steht am Rande einer ihrer größten Krisen.
Doch der Tag ist nicht mehr fern: Mit St. Petersburg 1905 und Oaxaca 2006 stehen basisdemokratische Räte an den Anfängen der Jahrhunderte und weisen den Weg in eine zukünftige Gesellschaft, in der die Menschen international und solidarisch miteinander Leben und Produzieren werden.
Bürgerliche Demokratie
Manche Linke schielen noch nach einer Beteiligung am bürgerlichen Parlament. Manch andere versprechen sich sogar etwas von einer Regierungsbeteiligung und hoffen, Juniorpartner in einer möglichen Rot/Roten oder Rot/Gelb/Roten Regierung zu werden. Doch da helfen auch noch so große Ideale nichts. Die von der Konkurrenzwirtschaft aufgezwängten Sachzwänge in der Krise lassen keinen Spielraum mehr, um linke Projekte zu verwirklichen.
Das heißt nicht, dass wir Marxisten bei Wahlen nicht mitmachen. Wir machen mit, aber nur um die außerparlamentarischen Bewegungen zu unterstützen. Wir können Parlamente, Landtage und Stadträte dazu nutzen, zu Demos aufzurufen, Streiks zu unterstützen und vieles mehr. Wichtig ist aber, dass wir selbst keine großen Illusionen haben. Noch wichtiger ist, dass wir bei den Massen keine solchen Illusionen schüren. Der gute Spruch gilt immer noch: Würden Wahlen wirklich etwas verändern, dann wären sie verboten.
Weiter
|
, 08.11.2006 - bisherige Aufrufe: 983
Die Lehren des Oktobers 2006 in Oaxaca für die Basisdemokratie
Wie weiter mit der APPO?
8.11.2006
Norbert Nelte
Für alle Rätedemokraten ist das Experiment der Basisrätedemokratie im Bundesstaat von Mexiko, Oaxaca, ein überaus spannendes Beispiel für die Zukunft des Menschen.
Alle Menschen, die sehen, dass die „Soziale Marktwirtschaft" im globalisierten Kapitalismus keinerlei Zukunft mehr hat, sondern nun nur noch der große Plattmacher das Zepter führt, können am Beispiel Oacaca sehen, ob mit der Volksversammlung APPO und ihren 350 angeschlossenen Organisationen eine von unten aufgebaute Gesellschaft machbar ist, oder ob doch letztlich der große habgierige Egozentriker, der seit den Anfängen der Klassengesellschaften bzw. der Geschichtsschreibung vor 5000 Jahren die Macht erobert hat, sich immer wieder durchsetzen wird. Hat aber überhaupt das Publikum von den Ereignissen in Oaxaca etwas mitbekommen?
Die bürgerlichen Medien haben von Spiegel bis ZDF erst ab Ende Oktober aus Oaxaca berichtet, als scheinbar die Volksbewegung niedergeschlagen scheint. Die bürgerlichen Medien sagen mit der jetzigen Nachricht aus Oaxaca, dass die von der APPO seit dem 21. Juni besetzen wichtigen staatlichen Gebäude wieder unter staatlicher Kontrolle sei, aber indirekt auch, dass sie den Lesern diese Nachricht ein halbes Jahr lang verschwiegen haben.
Das Kapital hat ein Horror davor, dass die basisdemokratische Rätebewegung den von ihm Ausgeraubten als Beispiel dienen könnte und die Massen in Europa plötzlich auf die Idee kommen könnten, das Beispiel der APPO (Asamblea Popular de los Pueblos de Oaxaca - Volksversammlung der Völker von Oaxaca) nachzumachen. Einer Zeitung, die darüber berichten würde, würde sie sofort die Werbeaufträge stornieren. Noch entscheidet das große Geld, welches Wissen gut ist für die Massen und welches nicht
Weiter |
, 30.09.2006 - bisherige Aufrufe: 1103
Sie machen Kriege, wir machen Emanzipation - Angespannte Lage in Oaxaca
Norbert Nelte
30.09.2006 
Während das große Geld die Rettung vor seinem Untergang in der Erstickung der Arbeiterrechte und in blutigen Rohstoffkriegen sucht, unternimmt die Arbeiterklasse erste Lockerungsübungen zum Aufbau einer weltweiten planvollen solidarischen Gesellschaft
Die Zukunft der solidarischen Gesellschaft hat bereits begonnen. Nach den Protesten in Frankreich und Chile gegen Kürzungen bei der Jugend folgte ein halber Aufstand im Bundesstaat Oaxaca in Mexiko. Ausgelöst wurde er von einem Protestcamp von Lehrerinnen, die auch u.a. für ein besseres Erziehungswesen streikten. Der Neoliberalismus hat weltweit neben den Arbeitslosen, den Rentnern und den Kranken auch die Jugend mit am härtesten betroffen.
Was in Oaxaca im Mai als Protest streikender Lehrer begann, hat sich im Laufe der letzten Wochen und Monate zu einer Revolte entwickelt, die den gesamten Bundesstaat Oaxaca erfasst hat. Mehr als 80 Regierungsgebäude, die wichtigsten TV- und Radiostationen wurden von den Aufständischen eingenommen. Die lokale Regierung flüchtete in Luxushotels und eine Volksversammlung, getragen von allen Gewerkschaften und 600 Organisationen. hat die Stadt in ihren Händen.
Die Hauptforderung dieser Bewegung ist nur der Rücktritt des Gouverneurs Ulises Ruiz, weshalb sie erstmal im Wesentlichen auf Oaxaca beschränkt bleibt. Die Forderung nach einer Wahl der Gouverneure wie ein Ministerpräsident und schließlich die Machtübernahme durch die Volksversammlung würde dieser Bewegung eine Dynamik nach ganz Mexico hinein verleihen. Eine neue Verfassung wird aber auch hier bereits diskutiert und ein Marsch von 6.000 Demonstranten auf Mexico-City will die Forderung nach einer besseren Ausbildung und höheren Löhne in das ganze Land zu tragen. Solle sich aber doch das Militär noch dieses mal durchsetzen, dann wird bei der desaströsen wirtschaftlichen Weltlage ein nächster Versuch der Arbeiterklasse, eine solidarische Gesellschaft herbeizuführen, nicht lange auf sich waten lassen, denn uns gehört die Zukunft.
Weiter
|
Rohstoffkriege und Sozialdemontage
Teil II. Die Alternative
Teil I. Begleiter des ausgehenden marktwirtschaftlichen Zeitalters!
Norbert Nelte
15.07.2006
Im ersten Teil haben wir die Realität des Niedergangs des marktwirtschaftlichen Systems analysiert. Während von 2000 bis 2005 die Gewinne um 33% gestiegen sind, ging die Kaufkraft der Lohnabhängigen um 2,9% zurück. (1) Keineswegs sind aber die Gewinne aus der Produktion gestiegen, sondern nur aus den Finanzanlagen der Konzerne. Diese betragen schon 95% der Gewinne, während die aus der Produktion nur noch 5% betragen. Man könnte dann fragen, warum produzieren die Konzerne überhaupt noch und gründen nicht gleich eine Spekulationsbank? Nur, zum Spekulieren braucht es Objekte. Die Aasgeier der Private Equity-Branche brauchen Aas.
Die Profitrate in Deutschland im verarbeitenden Gewerbe ist schon 1993 auf 3% gefallen (2)
1982 stand die Profitrate schon unter dem Finanzmarktzinssatz bei 5%. Die FDP wechselte ohne den Wähler zu fragen zur CDU, und Kohl senkt durch schärfere Angriffe auf die Arbeiterklasse und Kürzung der Arbeitsplätze „zwischen 1982 und 1990 das durchschnittliche jährliche Wachstum der Lohnstückkosten im deutschen
Herstellungssektor um mehr als die Hälfte, d.h. bis auf 2,1 Prozent, von 4,8 Prozent,
die es noch zwischen 1973 und 1979 betragen hatte.“ (3)
Nun konnte die Profitrate wieder auf für das Kapital annehmbare 14% steigen. Ab
1992 fiel die BIP-Wachstumsrate unter die 2%-Marke, was dann die endgültige
Zersetzung der Profitrate zur Folge hatte. In der Folge machte sich Schröder an die
Demontage des „Sozialstaates“. Die USA-Regierung konnte die Profitrate durch eine
weitgehende Zerschlagung der Gewerkschaften in den 90er Jahren wieder hochtreiben
und dadurch die Arbeiter zu eine 25% höheren Arbeitszeit drücken als in Deutschland
oder Frankreich. Der amerikanische Kollege hat oft 3 Jobs, um sich Ausbildung der
Kinder, Krankenkasse, Heizung und noch ein Auto leisten zu können. Soviel zum Land
unserer Alpträume. Aber das steht uns auch noch bevor. Bis dahin haben wir
hoffentlich genügend Abgeordnete im Parlament, die ihren Sitz als Tribüne des
Klassenkampfes nutzen und damit das Selbstbewusstsein und die Kampfkraft der
lohnabhängigen Kollegen stärken.
Weiter
Basisdemokratie
von Norbert Nelte
07.05.2006
Das alle anti-neoliberale Flügel in der WASG verbindende Wort wird schon von vielen von uns benutzt. Es heißt Basisdemokratie. Es scheint jetzt nach der Niederlage der Anti-neoliberalen etwas unpassend, über dieses Wort zu reflektieren. Es bleibt aber von grundsätzlicher Bedeutung und die Klärung dieser Frage wird früher oder später wieder auftauchen. Dazu am Ende dieser Analyse einige Frage- oder Feststellungen.
Auch die Marxisten benutzen es oft, z.B. Edith Bartelmus-Scholich als Trotzkistin propagiert: ' Für eine basisdemokratische neue Linkspartei - lasst uns mit der Basisdemokratie beginnen - auf diesem Parteitag!'. (Netzwerk) Wie wir sehen ist dies das Schlüsselwort. Die Erklärung bei Wikipedia lautet:
„Die Basisdemokratie ist die älteste Form der Demokratie. Sie kommt ohne Repräsentanten aus. Das bedeutet, alle relevanten Entscheidungen werden von den Betroffenen selbst abgestimmt. Die Basisdemokratie eignet sich sowohl für triviale Probleme, die ohne Fachwissen einfach zu entscheiden sind, als auch für Fragen, die erheblichen Einfluss auf das Leben der Mehrheit haben, wie die Struktur des Gesundheitswesens, Kriegseinsätze, neue Verfassungen, Eigentumsfragen, Löhne, Arbeitszeitregelungen, Streikentscheidungen, Grundrechte und Menschenrechte.“
Das war die Erklärung der Basisdemokratie bei den Naturstämmen, wobei diese manchmal in Notzeiten untereinander im Krieg standen. Dieser wurde aber vom ganzen Stamm beschlossen und bildete daher eine Ausnahme. Seit den Anfängen der reinen Herrschaftsgesellschaften vor knapp 3.000 Jahren in Mesopotamien und Griechenland aber war der Krieg ein regelmäßiger Begleiter des Menschen, und da gab es keine Basisdemokratie mehr.
„Von 650 vor Christus [Seit den Anfängen der reinen Klassengesellschaften] bis heute zählten die Historiker 1656 Versuche, durch Wettrüsten den Frieden zu bewahren. Dies führte 1640 mal zum Krieg. In den anderen Fällen zum wirtschaftlichen Ruin der Beteiligten. “ (SIPRI)
Weiter
Die Arbeiter sind keine Zocker - Volksaktien
Norbert Nelte
März 2006

Aktienpakete statt Lohnerhöhung -
eine bösartige Falle.
Von Norbert Nelte
Der Vorschlag von Bundespräsident Horst Köhler - Aktienpakete statt Lohnerhöhung - ist eine bösartige Falle. 2,7% beträgt die Durchschnittsrendite nur noch in der Metallbranche, 1998 schon lag die Profitrate im gesamten verarbeitenden Gewerbe bei nur 3,5%. Die Ausschüttung liegt in der Regel nach Abzug der Kapitalerweiterungsrücklagen, etc. ein Drittel noch unter der Rendite nach Steuer und diese beträgt im Verhältnis zum Tageskurs nur noch einen verschwindenden Teil, so, dass im ersten Fall nur 1,8% Ausschüttung und weniger übrig bliebe. Besonders in der traditionellen Produktionsmittelindustrie werden kaum noch profitable Gewinne gemacht. Ganze Stahlwerke werden nach China verlegt und die Eisenbahn-, Flugzeug- und Schiffbauindustrieanteile wandern gleich hinterher.
Wer aber bringt für 1,8% sein Geld zur Bank? Damit kann man ja noch nicht einmal die Inflationsrate von 2,0% in Deutschland oder gar der 4,9% in den USA mit kompensieren..
So werden die Aktien, die unter dem Durchschnitt liegen, nur noch bei steigenden Kursen wegen des dann höheren Wiederverkaufswertes nachgefragt – dem Shareholder-Value, andernfalls nur noch kurz vor der Gewinnausschüttung wegen des Mitnahmeeffektes. Bei einer derart niedrigen Gewinnausschüttung werden die Aktienkurse aber kaum mehr steigen.
Weiter
Wie wir ein Unternehmen selbst übernehmen und führen können.
Brief an einen ausgetretenen Genossen
von Norbert Nelte
Januar 2006
Jürgen stellte sich vor seinem Austritt die wichtigste Frage von heute, die sich auch tausende anderer Kollegen bei der derzeitigen, alles übersteigendem Kapitalflucht fragen müssen. (Wegen der LPDS-freundlichen Haltung des Bundesvorstandes trat er aus. Leider konnte natürlich die derzeitige Führung seine Frage auch nicht beantworten.)
„Wie sieht es denn mit den realen Möglichkeiten aus?
Bevor der Konzern, der erst Anfang des Jahres das Tochterunternehmen, bei dem ich arbeite, an einen amerikanischen Investor verscherbelt hat, haben sich einige von uns im Unternehmen NATÜRLICH Gedanken gemacht, welche Möglichkeiten es gäbe, das Unternehmen selbst zu übernehmen, aber wovon? Von den fetten Aktiengewinnen der New Economy? Von den sinkenden Reallöhnen?
Die Investorengruppen haben die Taschen prallvoll.
Es muss in der Tat andere Weichenstellungen geben?
Jürgen Soppa
Mülheim“
Hallo Jürgen,
deine Fragestellung ist in diesen Tagen die spannendste und wichtigste. Der Tag der Marktwirtschaft neigt sich seinem Ende zu und es leuchtet kein Licht, dass uns den Weg zeigt. Die durchschnittliche Profitrate (Rendite) aus produktivem Gewerbe, die das Kapital belebt hatte, ist gegen Null gefallen und die Grenzen des Marktes sind mit China erreicht*. Dort ist die Nachfrage nach Autos um 80% im letzten Monat gefallen und die tausende Wolkenkratzer finden keine Mieter mehr. Ende –
Weiter
|