
Zu den Artikeln in Zeitreienfolge

Hintergründe
Stiller Tsunami Hunger - 28.06.2008
Jetzt ist es amtlich: Das Systemende kommt unausweichlich! 23.06.2008
Globale Revolten gegen Hunger! 19.06.2008
Die Hungerrevolten werden dem Kapitalismus das Genick brechen 2.6.2008
Die Hungerrevolten zeigen die Notwendigkeit der Überwindung des Kapitalismus 29.5.08
Brot ist keine Ware! 24.04.2008
Rolle der Hedge Fonds in der Weltnahrungskrise 24.4.2008
Hungerrevolte und Ernährungskrise 18.4.2008
Biosprit - Verbrechen gegen die Menschheit 17.4.2008
Vom Septemberweizen zu den weltweiten Brotkämpfen! 13.04.2008
Wütende Proteste gegen explodierende Lebensmittelpreise 31.03.2008
Preiserhöhung bei Lebensmitteln wird Millionen Menschen töten. 02.03.2008
Ägpten
Weltweit nötig: Solidarität mit den Arbeitern von Mahalla al-Kobra 10.04.2008
Newsflash: Tote durch Schüsse auf streikende Arbeiter 06.04.2008
Ägypten: Streik gegen niedrige Löhne und steigende Preise von Polizei unterdrückt 06.4
Afrika
Hungeraufstände in Afrika 05.03.2008
Argentinien
Soja-Konflikt in Argentinien 03.04.2008
Bangladesh
Hungeraufstand von 20000 TextilarbeiterInnen in Bangladesh 13.04.2008
Haiti
Hungerrevolte auf Haiti 11.04.2008
Peru
Generalstreik und Massendemonstrationen in Peru - 10.07.200
Rumänien
Rumänische Autoarbeiter streiken gegen Hungerlöhne 05.04.2008
Vietnam
Frieden und Brot! Erste Erfolge in den Nahrungsmittelkämpfen! 08.04.2008
Generalstreik und Massendemonstrationen in Peru
von LZ , 10.07.2008
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„Die ist eine Regierung der Reichen und der multinationalen Konzerne“
Gestern legten ein landesweiter Generalstreik und Massendemonstrationen von Arbeitern und Bauern das Land lahm. Begonnen hatten die Aktionen mit einen Kochtopftrommelmarsch von 6000 Menschen in Lima, die sich auf dem zentralen Platz versammelten. Als die Regierung mit Polizeitruppen die Arbeiter angriff errichteten diese in den Straßen vieler Städte Barrikaden und ließen Regierungsgebäude in Flammen aufgehen.
Innenminister Luis Alva mobilisierte gegen die Arbeiter 100.000 Polizisten, um „die öffentliche Ordnung wiederherzustellen", wie er sagte. Die Armee wurde angewiesen, strategisch wichtige Stellungen zu halten. Streiks und „Nötigungen" könnten auch nichts gegen die gestiegenen Weltmarktpreise für Nahrungsmittel und Öl ausrichten. „Ich lobe diejenigen Demonstranten, die fredlich ihre Meinung sagen und diejenigen, die nicht streiken und sich darauf beschränken, eine Protestgesinnung zu haben", sagte er.
Angesichts der Tatsache, dass in Teilen des Landes die Arbeiter und Bauern vorrübergehend die Macht übernommen haben, erklärte dieser, bei den Protesten handle es sich um eine kleine radikale Minderheit. Die kleine radikale Minderheit der „Investoren" und ihre „Analysten" sorgt sich nun, dass angesichts einer Armutsrate von 40 % 2011 ein linker Präsident an die Macht kommt, der Garcias neoliberales Programm umkehren könnte. Der Generalstreik wurde vom peruanischen Gewerkschftsverband (CGTP) ausgerufen, um gegen die ins Unbezahlbare gestiegenen Preise für Nahrungsmittel und Transport zu protestieren. Die Gewerkschaften machen Präsident Garcia und seine neoliberale Politik für die Preiserhöhungen verantwortlich. Seine Freihandelspolitik habe trotz sechs Jahren Wirtschaftsboom für die Arbeiter zu einer enormen Verschlechterung ihrer Lebensverhältnisse geführt.
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Stiller Tsunami Hunger
von Janosch Janglo, www.arbeitermacht.de , 28.06.2008
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Die Verfechter des freien Marktes und der Konkurrenz beschwören täglich die Segnungen des globalen Kapitalismus. Doch in den vergangenen Wochen prägten nicht Berichte über wachsende Märkte, Boomländer und hohe Renditen die Schlagzeilen, sondern Meldungen über Revolten, die alle ein und demselben Grund hatten: Hunger.
In Haiti, Ägypten, Burkina Faso, Indonesien, Elfenbeinküste, Mauretanien, Mocambique, Senegal u.a. Ländern protestierten Hunderttausende wegen fehlender Lebensmittel oder unerschwinglicher Preise. Teils kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit dem Staat.
Das UN World Food Programme (WFP) gab bekannt, dass dieser „stille Tsunami" die größte Herausforderung in der 45jährigen Geschichte der Organisation sei. Das WFP musste schon erste Hilfsprogramme einstellen, da sie aufgrund gestiegener Preise nicht mehr zu finanzieren sind. „Dies ist das neue Gesicht des Hungers - Millionen Menschen, die vor sechs Monaten noch nicht unter akutem Hunger leiden mussten, tun es nun," meinte WFP-Exekutivdirektorin Josette Sheeran. |
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Jetzt ist es amtlich: Das Systemende kommt unausweichlich!
Norbert Nelte - 23.06.2008
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Nun sind doch alle Hoffnungen, das derzeitige kapitalistische System retten zu wollen, endgültig dahin. Manche haben sich schon so gemütlich hier eingerichtet mit ihrer Villa, ihrem Daimler, Porsche und Pelzmantelsammlung, und dabei hat das alles allen gehört, weil sie es alles produziert haben. Nun wird die Arbeiterklasse aus der Villa ein Obdachlosenasyl machen, die Autos bekommt Essen auf Rädern und die Pelzmäntel werden an die Rheumakranken verteilt.
Franz Mirow, Staatssekretär im Finanzministerium, zeigte sich beunruhigt über die aktuelle Entwicklung der weltweiten Inflation: Vor allem die Preisexplosion auf den Ölmärkten sorgt dafür, dass die Preisspirale immer schneller rotiert, schreibt das Handelsblatt dazu. „Man muss die Sorgen, die von den Notenbanken geäußert werden, schon sehr ernst nehmen", sagte Finanzstaatssekretär Thomas Mirow".
Also die Ölpreissteigerung zieht einen weiteren Inflationsschub nach sich. Die G7 will den Ölpreis stoppen, nur wie nach dem Peak-Oil, es wird doch trotz Saudi-Arabiens Zusage, mehr zu fördern, weltweit immer weniger gefördert und angeboten. Über 145 notierte schon das Fass und 180 werden wohl locker erreicht. Anfang des Jahrtausends stand der Barrel noch bei 25.
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Globale Revolten gegen Hunger!
Nina Gunic - www.sozialistische-revolution.org , 19.06.2008
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Vor noch nicht einmal einem halben Jahr litten weltweit etwa 854 Millionen Menschen an Hunger. Inzwischen ist diese Zahl explosionsartig nach oben geschnellt und dabei ist noch lange kein Ende in Sicht! Offensichtlicher als jemals zuvor zeigt sich die verbrecherische Unfähigkeit des Kapitalismus, die gesamte Menschheit auch nur mit dem Notwendigsten zu versorgen geschweige denn sie in Wohlstand leben zu lassen.
Allein seit Jahresanfang ist der weltweite Preis für eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, Reis, durchschnittlich um mehr als 80% gestiegen. Diverse Gebiete sind sogar von Steigerungen um die 200% betroffen. Doch nicht nur das Grundlebensmittel Reis ist für Milliarden von Menschen kaum mehr erschwinglich. Getreidesorten, Mais, Öl und in Folge auch Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukten gehören für viele schon zum Luxus.
Während in Europa durchschnittlich 13 % eines Gehaltes für Lebensmittel ausgegeben wird, gehen in Halbkolonien inzwischen knapp 90% des Lohns für die Grundversorgung drauf. In Ägypten stehen vor allem Frauen bis in den Nachmittag hinein Schlange an den staatlichen Bäckereien. Tonnen der staatlich subventionierten Mehlvorräte, die den Ärmsten im Tausch zu Rabattmarken als Brot ausgegeben werden, verschwinden und werden zum hundertfachen Preis am Schwarzmarkt weiterverkauft. Doch auch in anderen Teilen der Welt ist das Überleben nicht mehr leistbar. So hat sich in Bangladesh der Reispreis allein in einer Woche verdoppelt! Inzwischen entsprechen 2 Kilo Reis, dem einzigen festen Nahrungsmittel der verarmten ArbeiterInnen, dem halben Einkommen einer armen Familie. Das notwendige Maß allerdings, um nicht an Hunger zu leiden, beläuft sich für eine durchschnittliche Familie auf mindestens drei Kilo Reis täglich. Doch Bangladesh ist verhältnismäßig günstig! Zur gleichen Zeit ist in Kambodscha der Preis für ein Kilo Reis auf einen Dollar geklettert, während das durchschnittliche Tageseinkommen bei einem halben Dollar liegt.
Binnen weniger Monate sind inzwischen in mehr als 30 Ländern weltweit Hungeraufstände an der Tagesordnung. Die Antwort auf die Hungerkatastrophe zeigen Kleinbauern, aber vor allem ArbeiterInnen und Jugendlichen in Massenprotesten und Generalstreiks bis hin zum Sturz von Regierungen!
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| Die Hungerrevolten werden dem Kapitalismus das Genick brechen |
von Norbert Nelte , 02.06.2008
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Die Hungerrevolten werden nun die basisdemokratische Arbeiterräterepublik gebären.
In ganz Europa sind die Lebensmittelpreise nach dem Statistischen Bundesamt um 7 Prozent gestiegen. Auch die Energiekosten klettern lustig weiter. Die Gaspreise werden zwischen 19,3 und 24,5% erhöht und die Ölpreise peilen inzwischen die 200-Dollar-Marke für das Barrel an. 1998 stand der Ölpreis noch bei 10 Dollar, Weltweit stiegen die Lebensmittelpreise um 75% seit 2005.
Die Gründe sind hauptsächlich in der Spekulation zu sehen, ein kleiner Anteil noch nur mit dem Biosprit, da er im Schnitt nur 1 Prozent der Anbaufläche ausmacht. Lokal wie in Mexiko kann es durch das Biospritspritprogramm der USA in der Tat noch eine größere Rolle spielen. Ganz vernachlässigen können wir die zusätzliche Nachfrage z.B. in China oder die Mär von geringerem Anbau. Im Gegenteil gibt es ein Überangebot an Lebensmitteln. Die Läden sind rammelvoll, nur bezahlen kann das Luxusgut Brot niemand mehr. Die zusätzliche Nachfrage gab es schon immer und wirkte sich nie so sprunghaft aus
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Die Hungerrevolten zeigen die Notwendigkeit der Überwindung des Kapitalismus
| von http://de.internationalism.org , 29.05.2008 |
In den letzten Wochen ist in etlichen Ländern der kapitalistischen Peripherie eine Reihe von Revolten, Proteste und Streiks gegen die steigenden Nahrungsmittel- und Energiekosten ausgebrochen. Auf ihrem jüngsten Treffen haben die Wachhunde der kapitalistischen Institutionen - IWF, Weltbank und G8 - vor einer gigantischen Destabilisierung und vor Konflikten in fast 40 Ländern rund um den Globus gewarnt. Es ist kein Zufall, dass die Hungerrevolten jetzt ausbrechen, da der starke Anstieg in den Nahrungsmittelpreisen keine natürliche Katastrophe ist, sondern das Resultat aus der Verschärfung der kapitalistischen Krise.
Die Bedingungen verschlechtern sich für die ArbeiterInnen in allen Ländern
Seitdem die weltweite Finanzkrise begonnen hatte, haben sich die Lebensbedingungen für die Arbeiterklasse überall auf der Welt drastisch verschlechtert. Während in den vorherigen Phasen der sich verschärfenden Krise die ArbeiterInnen in den peripheren Ländern weitaus härter und schneller betroffen waren als die ArbeiterInnen der Industrieländer, erleben wir nun, dass die ArbeiterInnen der Industriezentren und der Peripherie gleichzeitig - auch wenn in unterschiedlichem Umfang - unter den Folgen der Krise leiden. Ob in den USA, wo jeden Monat um die 200.000 Menschen infolge der Hypothekenkrise ihr Heim verlieren, wo Tausende ihren Job verlieren und sich steigenden Nahrungsmittel- und Energiepreisen ausgesetzt sehen, ob in Europa, wo die Preise vieler Grundnahrungsmittel um 30 bis 50 Prozent gestiegen sind, ob in den „aufstrebenden Ländern" wie Indien und China, wo die Lebensmittelpreise ebenfalls stark angestiegen sind, oder in den peripheren Ländern, niemals zuvor seit 1929 wurden so viele Menschen in solch einer kurzen Zeitspanne von den Auswirkungen der Krise bedroht.
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Brot ist keine Ware!
von Francis Byrne
24.04.2008
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Unsere weltweite Forderung: Preiskontrollen für Lebensmittel!
Hunger ist schnell sehr schmerzhaft, ruft schnell langfristige körperliche Schädigungen hervor und kann sehr schnell töten. In Haiti werden Fladen aus Schlamm gebacken und auf den Märkten verkauft. Diese Fladen haben keinen Nährwert. Trotzdem werden sie von Menschen, die sich kein Brot leisten können gekauft, um den schmerzenden Hunger zu stillen. Hunger ist aber keine notwendige Mangelkrankheit, sondern Ausdruck der Abgründe des Kapitalismus.
Anders als es viele bürgerliche Medien immer wieder darstellen, ist eine allgemeine Getreideknappheit nicht der Grund für die weltweite Preisexplosion bei Lebensmitteln. Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, FAO (Food and Agriculture Organisation) berichtet, dass die weltweite Getreideproduktion im Jahr 2007 um 5 Prozent gegenüber 2006 gesteigert wurde. Für das laufende Jahr 2008 wird eine weitere Steigerung des Zuwachses erwartet. (1) Die Weltbevölkerung wächst zur Zeit jährlich um etwa 1,2 Prozent an. Daran dass die Nachfrage der Menschen also immens gestiegen ist, liegt die Preisexplosion also nicht.
In den bürgerlichen Medien wird auch die Klimaveränderung oft für die Preisexplosion verantwortlich gemacht. Tatsächlich gibt es regionale Klimaveränderungen, die Ernten negativ beeinflussen. Aber es gab 2007 weltweit mehr geerntetes Getreide als im Vorjahr. Die Klimaveränderung kann also auch nicht für den Preisanstieg verantwortlich sein kann.
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Rolle der Hedge Fonds in der Weltnahrungskrise
Stefan Steinberg www.wws.org, 24.04.08
Mehrere internationale Medienberichte machen darauf aufmerksam, dass professionelle Spekulanten und Hedge Fonds maßgeblich daran beteiligt sind, die Preise lebenswichtiger Güter, besonders von Lebensmitteln, in die Höhe zu treiben. Der starke Anstieg der Lebensmittelpreise in den letzten Monaten hat in zahlreichen Ländern in aller Welt zu Hungerrevolten geführt.
Am Dienstag, den 22. April, prägte eine UN-Sprecherin den Begriff vom "stillen Tsunami" des Hungers, der mehr als hundert Millionen Menschen auf allen Kontinenten akut bedrohe. Josette Sheeran, Direktorin des UN-Welternährungsprogramms (WFP): "Das ist das neue Gesicht des Hungers: Millionen Menschen, die vor sechs Monaten noch nicht zu den Hungernden zählten - heute aber schon."
In einem Artikel im britischen New Statesman werden unter der Überschrift "Der Handelswahnsinn, der die Preise hochtrieb", zunächst das Anwachsen der Weltbevölkerung und die Zunahme von Biotreibstoffen als wichtige Faktoren für den Anstieg der Lebensmittelpreise genannt. Doch dann heißt es weiter:
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Hungerrevolte und Ernährungskrise
von Wal Buchenberg - http://de.indymedia.org
18.04.2008
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Die weltweite Krise des Kapitalismus hat einen zweiten Namen: Zur Kreditkrise gesellt sich die Ernährungskrise. Über Widerstand und Protestaktionen gegen die Kreditkrise in den wohlhabenderen Ländern ist bisher nichts bekannt. Auf die Ernährungs- und Lebensmittelkrise reagieren die Menschen in vielen Ländern der Welt mit Unruhen, Protestbewegungen und Streiks. Über diese Protestaktionen soll hier berichtet werden.
1. Protestorte (alfabetisch)
Ägypten
Asma Rushdi, eine Mutter von vier Kindern, klagt im Armenviertel von Kairo: "Seit sechs Uhr heute Morgen stehe ich an für Brot. Jetzt ist es neun, und ich habe für meine Familie noch nichts zu essen!" Frau Rushdi wartet in einer langen Schlange vor einer staatlichen Bäckerei, wo rationiertes Brot mit subventioniertem Getreide gebacken wird.
Die Bewohner von Ägypten sind weltweit die größten Esser von Weißbrot. Sie essen davon 400 Gramm am Tag, die Franzosen nur rund 130 Gramm. Ägypten importiert die Hälfte seines Getreideverbrauches, und die Regierung subventioniert die Brotversorgung der städtischen Armen. Als aber das Importgetreide immer teurer wurde, wuchs die Differenz zwischen dem staatlich subventionierten Getreide und dem Marktgetreide. Ein Sack mit 100 kg subventioniertem Mehl kostete für Staatsbäcker in Kairo nur 2 Euro. Auf dem Schwarzmarkt bekam man um die Jahreswende für den gleichen Sack 250 Euro. Kein Wunder, dass immer mehr Mehl aus den Staatsläden verschwand und auf dem Schwarzmarkt verkauft wurde. Landesweit wurden 12.000 Menschen festgenommen, die auf dem Schwarzmarkt Mehl kaufen oder verkaufen wollten.
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Biosprit - Verbrechen gegen die Menschheit
von Ralf Streck
17.04.2008 |
IWF und die Weltbank sind besorgt, dass die steigende Zahl von Hungernden die politische Stabilität vieler Länder gefährdet. Den Auftakt bildeten die starken Proteste vor gut einem Jahr in Mexiko (indymedia), als die Preise für Mais so stark stiegen, dass sich viele Menschen ihre Tortillas kaum noch leisten konnten.
Doch derzeit kommt es in vielen Ländern zu Aufständen und Protesten, wegen steigender Lebensmittelpreise. In Haiti führten die Hungerunruhen der letzten Tage zur Absetzung des Ministerpräsidenten, in Ägypten mündete ein Generalstreik (heise) in heftige Zusammenstöße mit der Polizei. Proteste gibt es auch schon in Bangladesh, Philippinen und Indonesien und in etlichen afrikanischen Ländern (indymedia). Der Internationale Währungsfond und die Weltbank (IWF) warnen, die Hungerrevolten könnten die politische Stabilität vieler Länder gefährden. Dabei ist der IWF für die fatale Situation mitverantwortlich, kritisiert der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung deren Politik und er nennt die Erzeugung des so genannten Biosprit ein "Verbrechen gegen die Menschheit". "Sieben verlorene Jahre" bei der Hungerbekämpfung drohen wegen der hohen Nahrungsmittelpreise. Darauf wies der Weltbankchef Robert B. Zoellick beim gemeinsamen Frühjahrstreffen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington hin. "Während sich manche Sorgen machen, wie sie ihren Benzintank füllen, kämpfen viele andere darum, wie sie ihren Magen füllen können", sagte Zoellick auf der Konferenz am Sonntag. Tatsächlich werde der Überlebenskampf für viele Menschen von Tag zu Tag schwieriger, weil die Ärmsten schon jetzt den mehr als 75 % des Einkommens für Nahrung ausgeben müssten.
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Vom Septemberweizen zu den weltweiten Brotkämpfen!
von Norbert Nelte - 13.04.2008
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Zerschlagt die Warenterminbörsen gegen den Hunger in der Welt!
„SEPTEMBERWEIZEN ist ein Film [von Peter Krieg, 1980] über und gegen die Mythen, die sich um Weizen, Hunger und die ranken, die damit umgehen. Josef von Ägypten ist der erste dieser mythischen Figuren um den Weizen. Seinen Ruf als Ernährer verdankt er im Grund einer gutorganisierten Spekulation gigantischen Ausmaßes. Selbst in der Darstellung der Bibel ist unschwer erkennbar, dass Josef die Hungersnot, der er seinen Ruf verdankt, selbst erzeugte."
Es ist aber heute nicht mehr der Volksverdummer Josef, sondern neben dem sterilen Gensamen herstellenden Konzern Monsanto die wie eine kriminelle Organisation funktionierende Chicagoer Warenterminbörse, die die Welt heute in den Hunger treibt. Der Film erzählt auch, wie das funktioniert:
„Die Weizenbörse von Chicago ist seit ihrer Gründung 1848 das Zentrum des Weltweizenhandels. Hier werden die Preise gemacht. Hier werden in Minuten Vermögen gewonnen und verspielt. Aber Spieler vollen sie nicht sein, die Spekulanten. Sie reklamieren für sich eine ökonomische Funktion - sie tragen das Risiko für Wetter, Katastrophen, Kriege..."
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Hungeraufstand von 20000 TextilarbeiterInnen in Bangladesh
von LZ
13.04.2008
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Armee greift ein
Am Samstag protestierten in Dhaka mehr als 20000 TextilarbeiterInnen gegen den unaufhaltsamen Anstieg der Lebensmittelpreise und für Lohnerhöhungen.
Die Arbeiter aus mehr als einem Dutzend Textilfabriken setzten sich gegen die Spezialeinheiten der Polizei zur Wehr, die mit Tränengas, Schlagstockeinsätzen und Warnschüssen versuchten den Protest zu unterdrücken. Die Arbeiter wehrten sich mit Steinwürfen, errichteten Barrikaden.Es wurden über 100 Arbeiter verletzt. Schließlich wurde der Aufstand durch den Einsatz der Armee niedergeschlagen.
Die hungernden Arbeiter hatten sich teilweise die Nahrungsmittel aus den Geschäften geholt, in denen diese in ausreichender Menge aber zu unbezahlbar hohen Preisen vorhanden waren.
40% der 144 Millionen Einwohner Bangladeshs leben von weniger als einem Dollar am Tag. Die Arbeiter in den Textilfabriken erhalten einen der niedrigsten Löhne weltweit. Der Monatsverdienst beträgt nur 23,6 Dollar, die Hälfte des Hungerlohnes in Vietnam. In Bangladesh arbeiten 2 Millionen Menschen in der Textilindustrie. 85% sind Frauen. Allein für Reis muss eine Arbeiterin ca. 70% ihres Monatsverdienstes ausgeben, um nicht zu verhungern .
In den Textilfabriken von Bangladesh werden Markenprodukte von Levis, Tesco, Varrefour und H&M zu niedrigsten Kosten hergestellt.
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Hungerrevolte auf Haiti
von http://nemetico.myblog.de
11.04.2008
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Es ist durchaus möglich, dass der Kapitalismus die Menschen dazu zwingt, Dreck zu essen, wie es in Haiti der Fall ist. Würden Sie dabei noch gute Laune bewahren, liebe Leser?
Dienstag nachmittag (dortige Ortszeit) zogen in der Hauptstadt Port-au-Prince tausende vorwiegend jugendlicher Demonstranten durch Wohngebiete wohlhabenderer Haitianer, errichteten im Stadtzentrum Barrikaden, demolierten Bankfilialen und Supermärkte. Sie forderten Sofortmaßnahmen gegen die Explosion der Lebensmittelpreise und die Verarmung des Bevölkerung.
Dabei scheinen sie (laut Al Jazzera) auch den Präsidentenpalast gestürmt zu haben, um den Rücktritt des amtierenden Marionettenpräsidenten Rene Preval zu fordern. UN - „Peacekeeper"-truppen feuerten Gummigeschosse und Tränengas in die Menge, um sie aus dem Palast wieder zu vertreiben.
Die Unruhen brachen letzte Woche in der normalerweise ruhigen Hafenstadt Les Cayes aus, als UN - Gebäude in Brand gesteckt wurde.
Haiti als ganzes ist ein strahlendes Monument der Schande für die „westliche Zivilisation" und den Kapitalismus.
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Weltweit nötig: Solidarität mit den Arbeitern von Mahalla al-Kobra
von Ägyptisches Zentrum für Studien zum Sozialismus und LZ ,
10.04.2008
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Solidaritätserklärung des ägyptischen Zentrums für Studien zum Sozialismus
Einleitung von Linkezeitung: Die Arbeiterproteste in Ägypten gegen explodierende Lebensmittelpreise und die Diktatur von Hosni Mubarak gehen weiter. Gestern,am Mittwoch, den 9.4.2008 versammelten sich etwa 2000 wütende Demonstranten vor zwei Polizeistationen in der Stadt Mahalla al-Kobra. Dort verlangten sie die Freilassung von Hunderten Gefangenen, die bei Protesten gegen die Lebensmittel-Preisschübe verhaftet worden waren. Bei diesen Protesten starben vier Menschen und es gab Hunderte Verletzte. Dutzende Polizeifahrzeuge verbrannten. Augenzeugen vor Ort sprechen von einer Intifada, einem Aufstand, gegen Mubarak und seine Bande.
Der US-amerikanische Journalist James Buck wurde ebenfalls verhaftet. Seine Fotoserie zu den Protesten in Mahalla kann unter folgendem Link angeschaut werden:
http://flickr.com/photos/jameskarlbuck/
Alles Fotos in diesem Bericht außer dem obersten Foto sind seiner Bilderserie entnommen.
Ein Interview mit den ägyptischen Sozialisten Hossam el-Hamalawy und Rabab el-Mahdi kann unter dem folgenden Link in englischer Sprache angehört werden:
http://www.kpfa.org/archives/index.php?arch=25725 |
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Frieden und Brot! Erste Erfolge in den Nahrungsmittelkämpfen!
Norbert Nelte
08.04.2008
Der weltweite Aufruhr gegen die massiven Preiserhöhungen der Lebensmittel (seit 2005 um 75%) hat zu ersten Erfolgen geführt. Einerseits in Ägypten bei den Textilarbeitern von el Mahalla zur Entwicklung des Massenbewusstseins durch Solidaritätsdemonstrationen und Kundgebungen und anderseits in Vietnam zu Zulagen in klingender Münze. Die monetären Erfolge in der Nachschlagbewegung machen Mut und werden letztlich den weltweiten Kampf weiter vorantreiben. Das sind zwar nur 4 €uro im Monat, aber für Vietnam bedeutet das schon mehr. Labournet schreibt dazu in seinem Rundbrief:
„Am Montag waren die 15.000 Beschäftigten - meist Frauen – des NIKE-Subunternehmens Vietnam Ching Luh Shoes aus Taiwan in den Streik getreten um, angesichts der zunehmenden Teuerung eine Lohnerhöhung von rund 8 Euro im Monat durchzusetzen. Die offizielle Gewerkschaft hatte noch am selben Tag eine Erhöhung von etwa 4 Euros ausgehandelt und den Streik für erfolgreich beendet erklärt und auch Nike, das etwa ein Drittel seiner weltweiten Produktion in rund 50 vietnambasierten Subunternehmen herstellen lässt, betonte Verständnis angesichts der Lage. Am Dienstag aber äusserten sich viele Arbeiterinnen unzufrieden mit der Vereinbarung - so viele und so vehement, dass die Wiederaufnahme der Arbeit, die für diesen Tag angekündigt war, um einen Tag verschoben werden musste. Der Bericht "Nike : Affrontements lors de la reprise" der Zeitung Romandie, gespiegelt am 4. April bei "Solidarité Ouvrière":“
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Newsflash: Tote durch Schüsse auf streikende Arbeite
von LZ
06.04.2008
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Das von der USA unterstützte Mubarak-Regime in Ägypten versucht mit allen Mitteln, einen aufkeimenden Streik in der Textilfabrik Ghazl el-Mahalla und landesweite Proteste zu unterdrücken. Am Nachmittag fielen Schüsse auf streikende Arbeiter in Ghazl el-Mahalla, mindestens zwei Kollegen wurden tödlich getroffen. Andere Quellen berichten von sieben Toten. Berichte aus Ägypten besagen, dass die Hölle los sei.
Nach drei Uhr am Nachmittag gab es eine Demonstration am El-Shoun Platz. Dort sei ein Mann und ein Kind tödlich verletzt worden. Die Demonstranten griffen Polizeipanzer mit Steinen an. Busse fingen Feuer.
Die Proteste richten sich gegen die explodierenden Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und gegen die allgemein rasant anwachsende Inflation. Die Polizei griff Demonstrierende auch mit Gummigeschossen und Tränengas an. Es gibt mindestens 40 Verletzte und 100 weitere leicht Verletzte mit Atembeschwerden.
Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wurden landesweit 200 Menschen verhaftet. Anderen Berichten zufolge gibt es Massenverhaftungen. Bereits am Samstag waren Arbeiteraktivisten beim Verteilen von Flugblättern verhaftet worden.
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Ägypten: Streik gegen niedrige Löhne und steigende Preise von Polizei unterdrückt
von Hossam el-Hamalawy; LZ ,
06.04.2008
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Textilarbeiter brauchen Solidarität
Für heute war ein Streik in der größten Textilfabrik im Mittleren Osten geplant. Die etwa 25.000 Arbe iterinnen und Arbeiter der Fabrik in Ghazl el-Mahalla (ca. 150 km von der Hauptstadt Kairo entfernt) wollten die Fabrik komplett bestreiken. Zudem gab es eine wachsende Mobiliserung, den Streik durch Solidaritätsdemonstrationen- und Kundgebungen zu unterstützen. Es gab auch Gerüchte über einen Generalstreik.
Der Innenminster warnte, dass ziviler Ungehorsam bestraft werden würde. Vorsorglich wurden politische Kundgebungen in Moscheen verboten.
Seit 3 Uhr heute Morgens ist die Fabrik von Hunderten Polizeibeamten in Zivil bevölkert, die etwa 150 Streikwillige festnahmen. Der Streik wurde unter diesen Umständen abgebrochen. Doch angesichts der explodierenden Lebenshaltungskosten und Lebensmittelpreise werden weitere Konfrontationen unausweichlich sein.
Die LinkeZeitung dokumentiert Auszüge aus Artikeln über den Mahalla-Streik und seine Entwicklung von Hossam el-Hamalawy, der den Weblog http://arabist.net/arabawy/ betreibt.
„Mubaraks Bullen verstärken ihre Präsenz in der Stadt. Die größte Textilfabrik im Mittleren Osten wird ab dem 6. April bestreikt werden."
„Ab dem 6. April wird die Produktion in der Ghazl el-Mahalla Textilfabrik komplett bestreikt. Die Arbeiter erheben ähnliche Forderungen wie sie von der Liga für Textilarbeiter formuliert wurden. Die wichtigsten Forderungen sind:
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Rumänische Autoarbeiter streiken gegen Hungerlöhne
von Markus Salzmann - www.wsws.org/de ,
05.04.2008
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Seit mittlerweile fast zwei Wochen streiken rund 10.000 Arbeiter des Dacia-Werkes im rumänischen Pitesti. Die Belegschaft des Tochterunternehmens des französischen Autobauers Renault fordert eine Gehaltssteigerung von 42 Prozent, zusätzliches Weihnachtsgeld und eine Beteiligung am Gewinn des Unternehmens.
Der Streik legt seit Ende März die gesamte Produktion des ca. 120 Kilometer von Bukarest entfernten Werkes lahm, was zu erheblichen Produktionsverzögerungen und Einbußen für Dacia führt. Der Schaden wird pro Tag auf mehrere Millionen Euro geschätzt.
Das rumänische Konzern-Management versucht derzeit, den Streik per Gerichtsbeschluss für illegal erklären zu lassen. Es begründet dies damit, dass weniger als die Hälfte der Angestellten den Streikaufruf unterschrieben hätten. Nach rumänischem Recht muss es dafür eine Mehrheit geben. Tatsächlich hat sich aber nur eine Minderheit der 13.000 Arbeiter dem Streikaufruf nicht angeschlossen. Bereits zweimal wurde das Verfahren vor Gericht verschoben. Der nächste Termin ist am kommenden Mittwoch.
Das Konzernmanagement versucht mit allen Mitteln, die Streikenden zur Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen. Nach mehreren erfolglosen Verhandlungsrunden weigert sich die Unternehmensführung, weiter zu verhandeln, bevor die Arbeit wieder aufgenommen wird. Darüber hinaus hat Dacia angekündigt, die Löhne der Streikenden einzubehalten. Zynisch erklärte ein Unternehmenssprecher, die Angestellten sollten "für sich und ihre Familien" entscheiden, ob sie den Streik fortführen wollen. |
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| Soja-Konflikt in Argentinien |
von Prensa de Frente - http://de.indymedia.org
03.04.2008
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Hunderttausende blockierten während der vergangenen Woche die Strassen Argentiniens um gegen die Erhöhung der Exportsteuern auf Soja und Getreide zu protestieren. Präsidentin Christina Kirchner will indessen unter keinen Umständen auf die zerstörerische Massnahme verzichten.
Die Proteste halten daher weiter an... Die argentinische Präsidentin Christina Kirchner beharrt auf der Erhöhung der Exportsteuern auf Soja und Getreide und verweigert den Dialog mit der betroffenen Landbevölkerung, unbeeindruckt von den Protesten und Cacerolleras (Schlagen auf Kochtöpfe um wirtschaftlichen Mangel und drohende Not zu artikulieren) von Hundertausenden von Bauern/Campesin@s, die während der vergangenen Woche überall im Land Strassen blockiert haben. Am Freitag hat es auch in der Hauptstadt Buenos Aires massive Demonstrationen gegeben. Den Bauernverbänden angeschlossen sind andere Teile der sozialen Bewegungen und StudentInnen, die gemeinsam und lautstark anprangerten - und dies laut Ankündigung noch bis mindestens heute weiterhin tun werden -, dass sie diese Politik für ungerecht und als eine Bedrohung für die Existenz der Kleinbauern,-und Bäuerinnen sowie für die Nahrunsmittelsouveränität ansehen.
In dem Disput zwischen der Landbevölkerung und der Regierung über diese Steuererhöhung treten jedoch auch andere Akteure als die üblichen der öffentliche Bühne in Erscheinung. Es sind die Verwaltzer der Bezirke und die Gouverneure, die darüber debattieren ob sie die ländlichen Massnahmen oder die Regierung unterstützen sollen.
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Wütende Proteste gegen explodierende Lebensmittelpreise
Francis Byrne
31.03.2008
Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen und Reis erreichen neue Höchststände
Ob in Ägypten, Indonesioen, Mexiko, Pakistan, Guinea, Usbekistan, Marrokko, Yemen, Senegal, Mauretanien, Burkina Faso, Kamerun oder Vereinigte Arabische Emirate ... überall sind die Massen empört über die rasant ansteigenden Preise für Grundnahungsmittel. Zunehmend entwickeln sich Brotaufstände zu einem weltweiten Phänomen. Unter dem Titel „Weltweite Proteste: Die Rückkehr der Brotrevolten" schreibt die österreichische Zeitung ‚Die Presse‘: „Ob Weizen, Reis, Mais, Milch oder Ölsaaten: Weltweit haben die Preise für Grundnahrungsmittel in den vergangenen Monaten dramatisch zugelegt, um 20, 30, mancherorts sogar um 100 Prozent. Besonders betroffen sind Staaten, die Lebensmittel in großem Maßstab einführen, denn sie büßen auch noch für die gestiegenen Treibstoff- und Transportkosten." (1)
Jaques Diouf, der Generaldirektor der FAO, der Nahrungs- und Landwirtschaftorganisation der UNO, warnt im Zusammenhang mit den explodierenden Lebensmittelpreisen vor schweren sozialen Unruhen. Doch diese gibt es schon längst.
Regelrechte Aufstände gegen die Preisexplosion gab es in Burkina Faso und Kamerum, wo vier Menschen bei den Kämpfen ums Leben kamen. Besonders auch in Äypten gibt es seit Wochen eine wachsende Wut über die horrenden Preise für Brot und zunehmende Lieferschwierigkeiten. Im März starben zehn Menschen bei Brotprotesten.
In Ägypten trifft die Brotrevolte zusammen mit einer tiefen politschen Krise. Es gibt in weiten Teilen der Bevölkerung eine Wut und Verbitterung über die Komplizenschaft der Mubarak-Diktatur bei der Knechtung und Belagerung der Palästinenser im Gaza-Streifen. Es gibt Streiks wie bei der Textilfabrik Ghazl el-Mahalla und Sit-Ins, wie Ende März bei 750 Arbeitern der Zuckerraffinerie El-Hawamdiya. Es gibt Proteste der Universitätsprofessoren und der Klinikärzte. Gemeinsam ist allen Protestierenden die Forderung nach höheren Löhnen und verbesserten Zulagen. Zusammen mit den Protesten gegen die Preiserhöhungen entwickelt sich im von Armut und Diktatur gezeichneten Ägypten, eine kämpferische Bewegung, die die Herrschaft von Mubarak in Gefahr bringen könnte. Ägypten ist ein Land mit 75 Millionen Einwohnern. Es herrscht große Arbeitslosigkeit, es gibt zu wenig Wohnraum und die medizinische Versorgung für die Massen kann immer weniger garantiert werden.
„... ein Aufstand, ein Volksaufstand, eine Revolution ..."
Ein kurzer Film des Senders France 24 auf youtube über die Brotkrise schildert die Situation sehr gut:
http://www.youtube.com/watch?v=9Lavfa2VXq0
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Hungeraufstände in Afrika
Norbert Nelte
05.03.2008
Die Nahrungsmittelpreise sind in Deutschland im Januar 08
nach dem Statistischen Bundesamt um 7,7% gestiegen. Die Lebensmittelteuerung ist die Spitze des Eisberges, der aus
der gesamten Inflationsrate gebildet wird. Die Nahrungsmittel stehen immer
deshalb an der Spitze der Inflationsrate, weil der Bauer hier weniger
rationalisieren und das Angebot nicht erhöhen kann und heute besonders
durch die Biospritproduktion, welche das Nahrungsmittelangebot noch einmal
verringert. Aber auch andere Bereiche sind überdurchschnittlich gestiegen:
Bildung 34,2%, Heizöl 33,5%, Kraftstoffe 13,1-16,8%, Strom 7,4%. Die
allgemeine Inflationsrate ist ein weltweites Phänomen, das von den
Vereinigten Staaten ausgegangen ist.
Leider
kann man deren Inflationsrate nicht untersuchen, da die offizielle
Statistik stark nach dem Lustprinzip zusammengelogen ist. Also nehmen wir
die Geldmenge M3 mit Krediten. Die Geldmenge M3 wuchs in Amerika schon
seit den Anfängen der Bush-Regierung stärker die Wertschöpfung, weil es
jeden Tag 2 Milliarden Dollar mit den Staatsanleihen oder dem
Rohstoffhandel geliehen bekommen hat. Auf die Inflationsrate hat sich das
aber nicht ausgewirkt, da der höheren Nachfrage auch ein höheres
Warenangebot, z.B. aus China gegenüberstand.
Nachdem man scheinbar die Hoffnung auf einen stabilen
Dollar aufgeben hat, wurde ab Oktober 06 der Turbo in die
Dollardruckmaschine eingebaut und der Anstieg der Geldmenge beschleunigte
sich noch einmal um 25%. Die Inflation in Amerika steigerte sich in den
Galopp, auf über 10% (18,2% Geldmengenerhöhung minus 6%
Leistungsbilanzerhöhung minus 1,0% Wirtschaftswachstum) Die Inflation der
USA riss die ganze Weltwirtschaft mit.
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| Preiserhöhung bei Lebensmitteln wird Millionen Menschen töten |
Esme Choonara
02.03.2008 |
Während der Irrsinn der Marktwirtschaft die Armen der Welt bedroht, wirft Esme Choonara einen Blick auf Proteste und Aufstände dagegen.
Weil die Preise für Grundnahrungsmittel rapide ansteigen, müssen Millionen Menschen in der ganzen Welt eine Zukunft voller Unsicherheit, Hunger und Unterernährung befürchten. Die Preise für Mais, Weizen, Sojabohnen und Reis - die Hauptnahrungsmittel der Mehrheit der Weltbevölkerung - haben sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt.
Derzeit sterben etwa 25.000 Menschen täglich an Hunger und Armutskrankheiten. Diese Zahl wird weiter zunehmen, weil die ansteigenden Lebensmittelpreise, die Lebensgrundlage von immer mehr Menschen bedroht.
Anfang Februar berechnete der Internationale Fond für Landwirtschaftsentwicklung, dass „für jeden Prozentpunkt Teuerung bei den Grundnahrungsmitteln, die Anzahl der Menschen ohne gesicherten Zugang zu Lebensmitteln um mehr als 16 Millionen ansteigt. Dies bedeutet, dass bis zum Jahr 2025 etwa 1,2 Milliarden Menschen chronisch hungern könnten."
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