Klassenkampf

 

Grundsatzfragen Gewerkschaftsarbeit

Der konsequente Kollege - Gewerkschaft und Marxisten, Teil 1, 16.12.08
Der konsequente Kollege - Gewerkschaft und Marxisten, Teil 2, 19.12.08
Am 28. März 2009 auf nach Berlin und Frankfurt - 08.02.2009
Wirtschaftsaufschwung durch Lohnkürzung? - 24.04.2009 IS-Flugi
Die Globalisierung und die Kollegen bei Opel, Mahle und Conti - 15.05.2009
Einzige revolutionäre Klasse: Die Arbeiterklasse - 14.6.2009
Mit Lohnkürzungen zum Aufschwung und ausgeglichenem Etat? - 30.03.2010

IGM
Metalltarifrunde: Aus 8% mach Hokuspokus 0%! - 11.04.2009
Stoppt die Aufweichung des Flächentarifvertrages der IGM! - 17.11.2008

Opel

Lohnkürzungen bei Opel retten keine Arbeitsplätze, sondern nur Betriebsbesetzung und Vollstreik! - 8.03.2009 IS-Flugi

Lokführer, GDL

GDL Streiks aktiv unterstützen - 08.03.2008

Leserbrief zu Ausgrenzung des Forums Gewerkschafter Kassel - 09.12.2007

GDL zwischen Erfolg und Verhältnismäßigkeit - 7.11.07

Warum der Kampf der GDL - Lokführer so wichtig ist - 26.10.07

Große Hoffnung auf die GDL in Köln - 15.08.07

Streikverbot für die GDL bricht das Grundgesetz! - 10.8.07

Netzwerk Linke Opposition: Unterstützt die streikenden Lokführer und Zugbegleiter! - 6.8.07

Telekom

Telekom: „A Stink-Wut hoab I" - 21.06.07

Telekom: Tag der Solidarität, Tag der Wahrheit? - 3.6.07

Telekom: Arbeitsplatzvernichtung durch "Outsourcing" verhindern! - 26.5.07

Schlüsse aus den Warnstreiks bei bei Nokia-Siemens in Berlin und der Telekom. - 16.5.07

Interview mit einem Streikenden Kollegen bei der Telekom - 7.5.07

Siemens

BenQ: Siemens enteignen! Betriebe besetzen und in Arbeiterhand weiterführen - 16.10.2006

IGM-Führung abwählen - 16.10.2006

Ausland

Belfast: Gemeinsamer Streik macht stark und überwindet Barrieren des Hasses - 06.05.2006
Britannien: Betriebsbesetzungen bei Auto-Zulieferbetrieben - 02.04.2009

Sozial-Standards für eine gewisse Zeit verlieren und damit am Abgrund vorbeisegeln?

Mit Lohnkürzungen zum Aufschwung und ausgeglichenem Etat?
Norbert Nelte - 30.03.2010
Im Zusammenhang mit der Griechenland-Krise ist diese Frage wieder in das Zentrum der Diskussion gerückt. Es wird einem die Illusion vorgegaukelt, dass, wenn der Staat die Löhne der Staatsangestellten weiter kürzen würde, die Steuern erhöhen und die Sozialausgaben vermindern würde, dass dann der Haushalt wieder ausgeglichen und der Export wieder steigen würde. Dieser Gedankengang kommt von dem Angebotstheoretiker Milton Friedman. Der Monetarismus hob besonders die angeblichen Vorteile eines freien Marktes und die angeblichen Nachteile staatlicher Eingriffe hervor.
Es ist aber inzwischen bei fast allen Ökonomen unbestritten, dass es ein Fehler wäre, in einer ansonsten stabilen Wirtschaft, wovon ja noch alle bürgerlichen Ökonomen fälschlicherweise ausgehen, gegen die Krise anzusparen. Das bedeutet, dass die Arbeiter noch weniger bekommen und konsumieren können. Das Problem wird sich ausweiten.
Die Neoliberalen Monetaristen rechnen sich dadurch aber eine Wirtschaftssteigerung und volle Kassen aus, indem sie das Kapital bei der Produktion entlasten. Dadurch würden Investoren angezogen, Arbeitsplätze schaffen und damit wieder die Einnahmen erhöhen.
Nur, dass entspricht einfach nicht der Realität. Deutschland hatte meist die niedrigsten Lohnstückkosten (Lohn zu BIP) in Europa, und wo ist der Aufschwung, wo die Arbeitsplätze?
Die Reallöhne (Kaufkraft = Lohn – Preissteigerung )  sind von 1982 an überhaupt nicht mehr gestiegen, von 2001 bis 2008 um 5% gefallen und seit 2007 jährlich um 2% gesunken. Meine Rente wird 2010 nicht erhöht, mit der Begründung, weil der Durchschnittslohn gefallen ist. Und wo ist der Aufschwung, wo die Arbeitsplätze?

Weiter

Einzige revolutionäre Klasse: Die Arbeiterklasse
Francis Byrne - 14.6.2009    capital.jpg

Herausforderungen für eine neue Generation von Aktivistinnen und Aktivisten

Immer mehr Menschen sehen sich durch die Weltwirtschaftskrise mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Arbeiterinnen und Arbeiter befürchten aufgrund der sich ausweitenden Krise Lohnkürzungen, Stellenabbau oder gar Werkschließungen. Die Krise stellt auch die Lebenspläne von vielen anderen Menschen in Frage: Schüler, Studenten, Arbeitslose, Rentner - sie alle befürchten den weiteren Abbau von sozialen Leistungen und zunehmend düstere Zukunftsaussichten.

Viele Menschen haben sich in den letzten Jahren für eine andere Welt eingesetzt. Unsere Losung lautet: „Eine bessere Welt ist möglich!" Auf Demonstrationen gegen das Massaker Israels in Gaza, gegen die NATO, G8 oder gegen Nazis konnten viele Aktivistinnen und Aktivisten aus verschiedenen politischen und religiösen Lagern ihre Kraft in selbstbewussten gemeinsamen Aktivitäten spüren. Gleichzeitig mussten sie aber auch erleben, dass einmalige Demonstrationen oder sogar länger geführte Kampagnen nicht ausreichen, um die so dringend notwendigen Veränderungen tatsächlich auch zu erkämpfen.

Weiter

Die Globalisierung und die Kollegen bei Opel, Mahle und Conti

Norbert Nelte - 15.05.09

Die Übernahme von Conti durch Scheffler und von Opel vielleicht durch Fiat und die Weltwirtschaftskrise wird auf die deutschen Kollegen Auswirkungen haben, die dem hiesigen Kapital sowie der sozialdemokratischen Gewerkschaftsführung nicht gefallen werden. Die Globalisierung wirkt sich nicht nur positiv mit der internationalen Arbeitsteilung für das Kapital aus, sondern auch positiv mit der Anpassung der Radikalisierung für die deutschen Arbeiter, sie werden sich nicht mehr so schnell alles gefallen lassen. Turiner Verhältnisse in Rüsselsheim oder französische in Hannover. Die Globalisierung bringt nicht nur dem Kapital billige Löhne, sondern auch den Arbeitern gleiche Kampferfahrungen.
Besonders deutlich wird das bereits bei dem internationalen Reifenkonzern Continental. Die Internationalität  oder Continentalität gibt es zwar schon lange bei Conti, die Weltwirtschaftskrise bringt es aber mit sich, dass jetzt schlagartigartig viele Konzerne ausgeblutet werden. Bei Conti werden gleichzeitig das LKW-Reifen-Werk in Hannover-Stöcken mit 900 Beschäftigten und das Werk in Clacroix in Frankreich mit 1.000 Kollegen geschlossen. Das hat dazu geführt, dass beide eine gemeinsame Kundgebung in Hannover am 23.4. durchgeführt haben, auf der beide Gesamtbetriebsräte die bei www.LabourNet.de dokumentierten Reden gehalten hatten.

Weiter

Wirtschaftsaufschwung durch Lohnkürzung?

Internationale Sozialisten - 24.04.2009

Flugblatt zum 1.5.2009

Die Wirtschaft wird in 2009 wahrscheinlich um 6% schrumpfen und die Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen mit 1 Millionen mehr Arbeitslose und das noch mit der Abwrackprämie und dem Kurzarbeitergeld von unseren Löhnen. Die Kolleginnen und Kollegen müssen die Zeche für das Versagen der Vorstände bezahlen und trotzdem hat Berthold Huber für die Metallkollegen einen Tarifvertrag zum heutigen 1.5.2009 abgeschlossen, bei dem mindestens die Hälfte aller Metallbetriebe keine Lohnerhöhung zahlen brauchen, Null. Mit 8% Forderung sind die Metaller 2008 in die Lohnrunde gegangen und jetzt das. Gerade weil die Wirtschaft so schlecht läuft, dachte die sozialdemokratische Metallführung, könnte man Entlassungen und Betriebsschließungen nur mit einer Nullrunde verhindern. Die chinesischen und osteuropäischen Arbeiter arbeiten für 2 bis 3 Euro, da sind die Ungleichgewichte so stark, da müssten wir in Deutschland den Gürtel enger schnallen.
Nun haben aber die Kapitalisten jahrzehntelang fette Gewinne mit unserer Arbeit eingefahren mit der Begründung, dass sie ja das Risiko tragen müssten. Nun ist das Risiko da und sie wollen sich verdünnisieren, sogar noch den Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben streichen. Wir fordern den uns zustehenden Lohn ein, den sie von den alten Gewinnen zahlen sollen. Wenn sie die an der Börse oder sonst wo verzockt haben, dann nennt man das veruntreut. Wir Arbeiterinnen und Arbeiter können viel besser wirtschaften.

Weiter

 

Lohnkürzungen bei Opel retten keine Arbeitsplätze, sondern nur Betriebsbesetzung und Vollstreik!

Internationale Sozialisten - 8.03.2009

Flugblatt für den 28.3.09, Wir zahlen nicht für Eure Krise

Der Gesamtbetriebsrat Klaus Franz flüstert den Kollegen bei Opel ein, sie sollten zweistellig auf ihren Lohn verzichten, dann fände sich schon ein Investor und die meisten Arbeitsplätze seien gerettet. Das ist absoluter Quatsch, es gibt in der deutschen Autoindustrie Überkapazitäten von 50%. Die Strategie Lohnverzicht für Arbeitsplätze haben schon viele Betriebe durchgespielt und zum Schluss war doch Feierabend. Z.B. bei der Handy-Produktion von Siemens in Kamp-Linfort verzichteten die Kollegen auf 27% Lohn und 2 Jahre später ging das Werk mit BenQ doch nach Taiwan. GM will sowieso das Werk in Bochum 2016 schließen und wird weitere Einschnitte vornehmen, auch  wenn Obama den Konzern halten solle.
Jetzt müssen die Opel-Werke mit einem unbefristeten Streik besetzt und die Regierung unter Druck gesetzt werden, dass sie die Abermilliarden, die sie für die Banken spendet, einer Kooperative der Opel-Kollegen zur Verfügung stellt, das für die Elektroauto-, Wasserstoffmotorforschung oder Straßenbahnbau benutzt werden kann.

Weiter

 

Metalltarifrunde: Aus 8% mach Hokuspokus 0%!

Norbert Nelte - 11.04.2009berthold_huber_dw_wirtschaft_427363g_kopie.jpg

Der Bruch der Gewerkschaftsbasis mit ihrer Führung.

Nun sind die tariflichen Nullrunden der IGM -Führung Realität geworden. Gleichzeitig wird damit der Flächentarifvertrag aufgelöst. Noch heißt die Titelmeldung z. B im Spiegel nur: Arbeitgeber verweigern geplante Lohnsteigerung". Der Spiegel zitiert die SZ, „Doch laut "Süddeutscher Zeitung" könnten die Arbeitnehmer in jedem zweiten Betrieb leer ausgehen. Viele Firmen wollen die Lohnrunde aussetzen - weil der Branche die Aufträge wegbrechen."  Beim oberflächlichen Lesen versteht man das als eine Verweigerung der Arbeitgeber, wie z.B. auch ein Leser  bei Hartgeld: „Millionen Beschäftigte betroffen: Wegen der Wirtschaftskrise will jede zweite Firma den neuen Metaller-Tarif bis zum Jahresende verweigern".

De Kollegen werden also zu ihren Chefs laufen und empört eine weitere Lohnerhöhung einfordern und klarstellen wollen, dass eine verweigerung nicht drin sei. Doch der wird sie nur müde darüber aufklären, das das nun mal der Inhalt ihres Metalltarifs 2008 sei.  Bis jetzt haben nach der SZ bereits jeder zweite Betrieb die Nullrunde geplant. Bis zum 1. Mai werden das noch mehr und man wird sich der von der Linken Zeitung geschätzten annähernden Null Prozent anschließen.

Weiter

, 06.08.2007 - bisherige Aufrufe: 738

, 26.10.2007 - bisherige Aufrufe: 769

Britannien: Betriebsbesetzungen bei Auto-Zulieferbetrieben

Francis Byrne - 02.04.2009

 
visteonjpg.jpg

Vor dem Hintergrund der Proteste gegen den Weltwirtschaftscrash und gegen den G20-Gipfel bildet sich kämpferischer Widerstand gegen Betriebsschließungen an der Arbeiterbasis in Großbritannien.

Im Werk Belfast des Autozulieferbetriebs Visteon haben etwa 200 Arbeiter ihren Betrieb besetzt. Am 31.3. wurde seitens der Geschäftsführung eine eilige Betriebsversammlung einberufen. Auf dieser Versammlung wurde die sofortige Schließung des Werks und der Verlust aller 560 Arbeitsplätze in den 3 Betrieben in Britannien (Belfast, Basildon, Enfield) bekannt gegeben. Vorherige Besprechungen mit Arbeitervertretern gab es nicht.

Die wütenden Kolleginnen und Kollegen demonstrierten innerhalb und außerhalb des Betriebs und wurden von Unterstützern mit Schlafsäcken und Lebensmitteln versorgt. 200 der Arbeiter besetzten den Betrieb kurzerhand.

Weitere Betriebe schließen sich den Protesten an


Weiter

 

Am 28. März 2009 auf nach Berlin und Frankfurt

Norbert Nelte - 08.02.2009



verdi_250.jpgver.di sagt ab

ver.di Baden-Württemberg und viele Ortsgruppen sagen zu

" Wir zahlen nicht für eure Krise! Für eine solidarische Gesellschaft, Eine Welt zu gewinnen - jenseits von Krise und Kapitalismus"

Am 28. März geht ein breites Bündnis in Berlin und in Frankfurt unter dem Motto " Wir zahlen nicht für eure Krise! Für eine solidarische Gesellschaft" gemeinsam auf die Straße. Dieser Termin ist anlässlich des Londoner G20 Treffens am 2.4. gewählt und die Protest-Demonstrationen gegen die „Krisen-Bewältigung" auf Kosten der Lohnabhängigen finden in vielen europäischen Städten statt. Die Initiative für diese Demonstrationen ging von der Pariser Erklärung aus, wo ver.di auch durch den Landesbezirk Baden-Württemberg vertreten beteiligt war.

In der Pariser Erklärung  markieren 150 Vertreter von Gewerkschaften und nichtstaatlicher Gruppen einen außerparlamentarischer Weg zum Umbau in ein soziales und ökologisches Europa.

„Das Treffen in Paris ist ein weiterer Schritt in einem langfristigen Prozess der Vernetzung der europäischen Bewegungen und Organisationen. In Anerkennung und Bezug nehmend auf frühere und zukünftige Mobilisierungen in Europa und weltweit, baut es auf den Bemühungen des Europäischen Sozialforums und anderer auf, ein demokratisches, soziales und ökologisches Europa zu schaffen. Wir werden die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb und zwischen unseren Netzwerken und Organisationen weiter vertiefen, um Kapazitäten zu schaffen für eine anhaltende Mobilisierung und das Voranbringen gemeinsamer Alternativen. Wir unterstützen und ermutigen alle Menschen, sich lautstark Gehör zu verschaffen und den Umbau ihrer Gesellschaft mitzugestalten.

Weiter

Der konsequente Kollege - Gewerkschaft und Marxisten

von Norbert Nelt, 16.12.08

hwu-besetzung.jpg

Teil I. Von den Anfängen bis zur Gründung der Gewerkschaften und zur Taktik im DGB

Einleitung

Marxisten gehen bei der Gewerkschaf tsarbeit von dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft aus. Sie ist das Organisationsinstrument der gesamten Arbeiterklasse. Um stark gegen das Kapital zu sein, brauchen die Arbeiter unbedingt die Einheit im Kampf. Getrennt marschieren wir bei den politischen, langfristigen Fragen. Hier müssen wir uns unabhängig organisieren. Nur im Kampf zählt die Einheit, und die heißt bei den Arbeitern Einheitsgewerkschaft.

Manche "Linke" wie der IKS, die FAU, Wildcat oder die PSG wollen aber auch eine getrennte Gewerkschaftsorganisation. Hierfür haben sie auch auf den ersten Blick gute Argumente. Schon immer haben die SPD-Gewerkschaftsführer die Basis verraten. Sie gaukeln ihnen ständig die Abschlüsse höherer Tarife vor aber handeln in Wirklichkeit nur Reallohnverluste aus. Sie handeln sogar Lohnkürzungen gegen scheinbaren Arbeitsplatzerhalt aus, was sich immer später als Windei herausstellt. Ja, sie machen bei den Zockerei noch mit, indem sie die Pensionsgelder ihrer Angestellten bei der übelsten Heuschrecke Blackstone anlegen. Die Reformisten sehen jeden Kampf nur als Unterstützung für ihre Verhandlungen an, nicht als einen selbsttätigen Kampf der Massen, um die Sache in ihre eigene Hand zu nehmen. Weil man über Verhandlungen nicht konsequent gegen die Kapitallogik angehen kann, kettet die Sozialdemokratie somit die Arbeiter an die Marktgesetze des Kapitals.

Weiter

Norbert Nelte - 19.12.2008

2004-10-19_opel_4_250.jpg

Teil 2. Die Gewerkschaft nach 1945 und Die Doppelstrategie der "neuen" Linken im DGB, Ende

Die Gewerkschaft nach 1945:

Nach 1945 entwickelten sich neue Chancen für eine Radikalität. Überall in Deutschland gründeten sich an der Basis "Antifa-Komitees", die die Betriebsorganisationen ohne Kontrolle einer reformistischen Gewerkschaftsführung selbständig in die Hand nahmen. Nicht nur die Betriebe wurden in Selbstverwaltung wieder aufgebaut, sondern auch die Organisation in den Städten wurden von ihnen angegangen:

»Fast ausnahmslos wurden die alliierten Truppen bei der Besetzung größerer deutscher Städte von Delegationen linker Antifaschisten empfangen, die fertige Programme, Kandidaten für die örtliche Verwaltung und Unterstützung bei der Durchführung der Entnazifizierung bereit hielten. Ihre Untergrundorganisationen hatten die Grundlage für eine rasche Rekrutierungskampagne vorbereitet. «[1]

Es gab insgesamt gute Bedingungen für den Aufbau einer neuen Gewerkschaft von unten. Die US-Amerikaner hatten aber schon vorsorglich zusammen mit der SPD und den KPD'lern den Aufbau der Bundesrepublik und der Gewerkschaften in Amerika, wo sich ein großer Teil der Emigranten befand, gut durchorganisiert und jegliche Selbstorganisation untersagt. Die eingesetzten Gewerkschaftsführer in den englischen Zonen glaubten sogar, mit dem britischen Militär den "Sozialismus" einzuführen, schließlich war dort ja die Labour-Party an der Regierung.

Da es den Druck von unten

Weiter

 

Stoppt die Aufweichung des Flächentarifvertrages der IGM!

Norbert Nelte - 17.11.2008gewerkschafter_250.jpg

Wie lange wollen wir uns die Verarschung der DGB -Bonzen noch gefallen lassen? Erst hat die IGM 8% Lohnerhöhung gefordert, nun gibt sie klein bei, und schließt mit 1,24 bis 2,85% ab. Der Tarif läuft über 18 Monate und zwar ist er so kompliziert, dass die wirkliche Lohnerhöhung keine Sau errechnen kann.
 
Jedenfalls liegt der Abschluss weit unter 2007 und weit unter der Inflationsrate für Arbeitnehmerhaushalte, besonders Familien, und dieser große Reallohnverlust nach einer Warnstreikwelle mit 600.000 Kollegen. Der unklare Betrag kommt dadurch zustande, dass der 2. Schritt über 2,1% vom 1. Mai 2009 bis in den Dezember 09 verschoben werden kann (kann) und die Einmalzahlung von Mai bis Dezember 09 entfallen können. Davon werden die Betriebe aber reichlich Gebrauch machen, was dann zu einem Abschluss nahe an die 1,24% heranführen wird. Die von der IGM genannten 4,2% ist nichts anderes als bewusste Irreführung.

Die Einmalzahlungen gehen nicht in den folgenden Abschluss mit hinein, es kumuliert sich dann nur knapp 1% dazu. Wir kennen die Verschleierung von Preisen von den windigen Marken, um den Preisvergleich zu erschweren. Erst waren es Kaffee 500g für 6,25, dann 400g für 5,40 und schon brauchst Du einen Taschenrechner für den Preisvergleich. So ausgebufft sind schon lange auch die Sozialdemokraten. Wenn sie durchschaubare Verträge machen würden, wären die Kollegen vielleicht in der Urabstimmung dagegen.

Weiter

 

GDL Streiks aktiv unterstützen

von Francis Byrne

08.03.2008

sven.jpgLokführer streiken bundesweit, unbefristet, auf allen Schienen

Die Geschäftsleitung der Deutsche Bahn AG weigert sich weiterhin, den ausgehandelten ‚Tarifvertrag für Lokomotivführer von Schienenverkehrsunternehmen des Agv MoVe (LfTV)‘ zu unterzeichnen. Personalvorstand Margret Sukale verlangt von den Verhandlungsführern der Gewerkschaft Deutscher Lokführer, GDL, entgegen allen vorherigen Zusagen, zuerst einen Grundlagentarifvertrag zu unterzeichnen, der einen Kooperationsvertrag mit der Tarifgemeinschaft Bahn beinhaltet. Dieser Kooperationsvertrag soll die GDL an die geschäftsführungs-freundlichen Führungen der Gewerkschaften Transnet und GDBA knebeln.

Teile des Grundlagentarifvertrages sind sogar verfassungswidrig, da sie die nach dem Grundgesetz garantierte Koalitionsfreiheit einschränken. Dies kann und will die GDL und die in ihr organisierten Kolleginnen und Kollegen nicht akzeptieren. Die Eigenständigkeit der Gewerkschaft GDL wäre mit diesem Knebel nicht gewährleistet. Diese Eigenständigkeit steht aber neben Lohnforderungen und Arbeitszeitverkürzung im Mittelpunkt des Arbeitskampfes. Auch versucht die Geschäftsführung die GDL dahin zu drängen, auf die Vertretung der Lokführer bei DB Tochterunternehmen zu verzichten.

Zwar hat die DB angeboten, weiterzuverhandeln, aber Manfred Schell, der Vorsitzende der GDL sagte: „Auf dieser Rechtsgrundlage macht dies jedoch keinen Sinn". Zur Durchsetzung der Tarifforderungen werden die Lokführerinnen und Lokführer am Montag, 10.3.2008 - 0:00 Uhr bundesweit in einen unbefristeten Streik auf allen Verkehren, also Güter, Nah- und Fernverkehr, treten.

Weiter

 

Leserbrief zu

Ausgrenzung des Forums Gewerkschafter Kassel

Norbert Nelte

09.12.2007

Durch den Entzug der DGB-Postadresse für das Basisforum hat die DGB-Führung wieder ihr klassenversöhnliches Gesicht gezeigt. Auf der anderen Seite aber zeigt auch die Zulassung des Forums durch den vorigen DGB-Ortsvorsitzenden die lokalen Möglichkeiten von aktiver Gewerkschaftsarbeit auf.

Die DGB-Führung verhält sich wie ein Kapitalist auf dem Warenmarkt, die Niederringung der Konkurrenz ist primäres Ziel, fast wichtiger als der Kampf für gute Tarife für ihre Mitglieder. Dabei haben wir doch im Klassenkampf das wichtigste Ziel gelernt: Getrennt marschieren, gemeinsam schlagen.

Die Gefahr für die sozialdemokratische Politik der Gewerkschaftsführung besteht darin, dass mit einer kleinen Gewerkschaft durch einen entschlossenen Kampf trotz „Globalisierung" und Neoliberalismus die Kollegen noch eine ganze Menge erreichen können. Das könnte die Basis im DGB motivieren und die DGB-Führung könnte sie nicht mehr steuern.

Weiter

 

, 07.11.2007 - bisherige Aufrufe: 668

GDL zwischen Erfolg und Verhältnismäßigkeit

Norbert Nelte

7.11.07 Gewerkschafter.jpg

Bei dem Chemnitzer Urteil über den Bahnstreik vom 2. November ist in der Regel bei dem Jubel untergegangen, dass mit dem Urteil nicht entschieden wurde, dass die Lokführer nun „unverhältnismäßig" streiken dürften, dass der Schaden für die deutsche Wirtschaft ins Unermessliche gehen dürfe.

Richter Werner Leschinger erklärte lediglich, dass das Gesetz nicht von vorne herein die „Unverhältnismäßigkeit" der GDL unterstellen könne, sondern erst nach dem Eintreffen des „unverhältnismäßigen Schadens. Aus diesem Grunde musste auch Manfred Schell aus der Kur anreisen, um die weitere Achtung der Verhältnismäßigkeit zu signalisieren.

Direkt vom Gesetz verboten ist nur der „Vernichtungsstreik", also dass so lange gestreikt wird, dass ein Betrieb die Liquidität erklären muss. Jeder Konzern gibt aber lange vor seinem Untergang im Kampf nach. Bei der Bahn tritt die „Unverhältnismäßigkeit" für das Kapital aber lange vor der Vernichtung der Bahn AG ein. Abgesehen von der Frage, dass die Löhne und Arbeitsbedingungen eigentlich unverhältnismäßig zu ihren Mehrwerten sind (*), die sie schaffen, brauchen die Lokführer nur ein par hundert Züge zum Hamburger Hafen bestreiken und der Export sackt schon um 10% ab.

(* Dabei fühlt man sich wieder an Marx'ens Satz erinnert,  dass die Arbeiter Schlösser bauen und in Nissenhütten wohnen.)

Weiter

 

Warum der Kampf der GDL - Lokführer so wichtig ist

Francis Byrne

26.10.07gdlsoli251007.jpg

Menschen die auf ein Ende der Umverteilungen von unten nach oben hoffen können sich freuen! Endlich gibt es kämpferischen Widerstand gegen Lohndumping und Sozialabbau! Der Streik der in der Gewerkschaft GDL organisierten Lokführer und Zugbegleiter ist ein deutliches Zeichen gegen die seit Jahren andauernden Kürzungen. Die Streikenden haben das absolute Recht und allen Grund zu streiken. Wir unterstützen sie nach unseren Möglichkeiten.

Zwar hetzen die Medien gegen die kämpfenden Kolleginnen und Kollegen bei der Bahn. Die Deutschen unterstützen den Streik aber zunehmend. Laut einer Umfrage des ARD-Morgenmagazins stieg die Unterstützung für die Gewerkschafter von 57 auf 64 Prozent. Bei einer Solidaritätsaktion in Köln Deutz hatte ein noch größerer Anteil der Fahrgäste eine zustimmende Haltung zum Streik.

Der Kampf zieht auch Kolleginnen und Kollegen an, die vorher unorganisiert oder bei Transnet organisiert waren. 700 neue Mitglieder kann die GDL verzeichnen. In München hat sich sogar eine neue Ortsgruppe bei den städtischen Verkehrsbetrieben gegründet.

Doch die Betonköpfe in der Geschäftsführung scheinen ihre Blockadehaltung nicht aufgeben zu wollen. Mit Tricks und Scheinangeboten versuchen sie, den Kampf um die öffentliche Meinung zu gewinnen und die Streikenden zu diskreditieren. Zudem versuchen die Bahn-Bosse mit Streikverboten, Abmahnungen und sogar Entlassungen das demokratisch garantierte Streikrecht auszuhebeln. Es stellt sich die Frage, ob Angesichts dieser undemokratischen Strategie der Bosse der Streik mit „legalen" Mitteln überhaupt zu gewinnen ist. Es stellt sich die Frage, ob nicht eine härtere Gangart der Basis mit Vollstreiks auch im Güter- und Fernverkehr zu dem erwünschten Ergebnis führen würde. Im Zweifelsfalle droht sowohl die GDL-Führung als auch die kämpfende Basis von Streikverboten, Entlassungen, Suspendierungen und anderen Angriffen zermürbt und zerrieben zu werden.

Weiter

 

Große Hoffnung auf die GDL in Köln

Norbert Nelte

15.08.2007

saal_2.jpgDer Kampfeswille ist ungebrochen, versicherten die 3 GDL-Lokführer auf der NLO-Veranstaltung am 14. August in Köln den 40 Interessierten, trotz Mediatonsverfahren. Der Bezirksvorsteher von NRW, Frank Schmidt, zeigte auf, dass die 1867 gegründete GDL die älteste deutsche Gewerkschaft ist. Und ausgerechnet die sollte kein Tarifrecht bekommen? Gerade BDA-Präsident Dieter Hundt, der sonst immer den Flächentarifvertrag durch den Reißwolf jagen will, sorge sich plötzlich bei der DB um den Einheitsvertrag, das kann man nur heuchlerisch nennen. Kollege Schmidt empfahl, die Broschüre „Der Fahrpersonaltarifvertrag: Zahlen, Fakten, Hintergründe" zu studieren:


Auf der Seite 19 wird der Lohn des Lokführers im Europavergleich gezeigt, der 40jährige spanische bekommt in der Tat 63% mehr als der deutsche, ganz zu Schweigen von dem Schweizer, der mit 150% mehr (4.985 €uro) seinen Kindern noch etwas leisten kann. Von den anwesenden Lokführern wurde besonders der Schichtdienst beklagt. Sie müssen oft 14 Stunden im Einsatz sein und bekommen ihre Zeiten erst 3 Tage vorher mitgeteilt. Ein Familienleben ist da kaum möglich.


Die 31% mehr waren ursprünglich eine Diffarmierungskampagne von Mehdorn, aber dann hat später die GDL das übernommen. Ihr wichtigstes Ziel aber ist der Abschluss des eigenen Spartentarifvertrages, ansonsten würde die GDL nämlich überflüssig und alle wären von der Pro-Börsengang-Politik von Transnet-Chef Hansen abhängig, der wegen dieser Sache sogar die innergewerkschaftliche Demokratie aussetzte. Hansen hat sich wie ein Handelsvertreter der Börsenhaie gezeigt, als er dem GDL-Vorsitzen Manfred Schell vorwarf, mit seinen „maßlosen" Forderungen den Börsengang zu verhindern. Im Juli 2002 wurde wegen der Unvereinbarkeit der tarifpolitischen Ziele die Tarifgemeinschaft mit der Transnet und der GDBA aufgekündigt und prompt handelte Transnet/GDBA 2006 einen Reallohnverlust von 9,6% heraus. Hansens Börsengangwunsch in den Schoß einer Heuschrecke scheint doch stärker zu sein als den, seinen Mitgliedern einen ordentlichen Lohn auszuhandeln. Erfreulich fanden alle Besucher, dass auch der erste Transnet-Kollege sich eingefunden hatte, mögen es noch viele werden.
Kollege Schmidt erläuterte besonders die schwierige

Weiter

 

Streikverbot für die GDL bricht das Grundgesetz!

Norbert Nelte

10.08.2007

Die Lokomotivführer brauchen den Protest aller Lohnabhängigen
Die GDL ist gegen alle nicht verfassungsgemäßen Verbotsurteile der Gerichte in Revision gegangen, das sind das Arbeitsgericht Nürnberg, das ein Verbot von Streiks des Güterverkehrs und des Personenfernverkehrs aussprach, die Gerichte in Chemnitz, das ein grundsätzliches Verbot von Streiks im Nahverkehr aussprach und in Düsseldorf, das ein Streikverbot für NRW aussprach. Die Verbote gehen auf die Linie von Sarkozy in Frankreich hinaus, der die Eisenbahner am 2. August zu einem "Minimaldienst" verdonnert hat, was ein "implizites Verbot zur Ausübung des Streikrechts dar" stellt, wie die PS-Abgerodneten feststellten.
Wirtschaftlicher Schaden entsteht doch bei jedem Streik. Das als Begründung für die Verbotsurteile zu nehmen, ist gleich Streikverbot, nur, weil die GDL nicht nach den Spielregeln der SPD spielt.
Manfred Schell von der GDL wird vor dem Bundesgerichtshof letztlich Recht bekommen, nur das Gericht wird den Gesetzgeber beauftragen, die „Lücke" zu „wirtschaftsschädigenden" Streiks im Grundgesetz zu schließen und die GDL für die Zeit bis dahin juristisch ins Leere laufen zu lassen. Nicht anders wird die Anfechtung die sogenannten Sozialisten vor dem Verfassungsrat in Frankreich enden, in einer Enttäuschung und Demobilisierung der Kollegen.

Weiter

 

Netzwerk Linke Opposition: Unterstützt die streikenden Lokführer und Zugbegleiter!

6.8.07gdlwirstreiken.jpg

Jetzt bundesweite Solidaritätsveranstaltungen und Aktionen organisieren!

Mit einer überzeugenden Quote von 95,8 Prozent haben sich die 12.000 Mitglieder in der Gewerkschaft der Lokführer organisierten Kolleginnen und Kollegen für einen Arbeitskampf ausgesprochen.

Der Streik der Lokführer und Zugbegleiter der GDL ist ein starkes und deutliches Zeichen gegen den zunehmenden Lohnabbau, der seit Beginn der Kohl-Regierung 1982 zu erheblichen Reallohnverlusten führte.

Das Netzwerk Linke Opposition unterstützt den Arbeitskampf mit bundesweiten Aktionen und Solidaritätsveranstaltungen.

Seit 1982 sind die Löhne real im Durchschnitt in Deutschland nicht mehr gestiegen. Bei den Eisenbahnern spätestens seit 1990. Trotzdem mussten die Lokführer Verschlechterungen beispielsweise bei Schichtplänen und Arbeitszeitregelungen hinnehmen. Es hat sich ein Riesen-Nachholbedarf durch die inkonsequente Politik der DGB-Gewerkschaft Transnet aufgestaut.

So fordert die GDL einen eigenen, von Transnet unabhängigen Tarifvertrag mit einer deutlichen Lohnerhöhung und einem besseren Manteltarifvertrag.

Kernthemen sind dabei:

Weiter

, 21.06.2007 - bisherige Aufrufe: 869

Telekom: „A Stink-Wut hoab I"

Norbert Nelte

21.6.07VERDIE02.jpg

„Wofür haben wir eigentlich gestreikt", fragte der Kollege von der Mahnwache vor der Münchner Telekom-Verwaltung? „Bei der 12%igen Kürzung hätte ich 250 €uro weniger ver­dient, jetzt kriege ich nur 200 weniger. Davon soll ich zwei Kinder ernähren? Ich weiß doch gar nicht, wie das geht? Ein Kollege rechnet vor. „Als wir das Urlaubs- und Weihnachtsgeld gestrichen bekamen, gab's zum Ausgleich die 34 Std.-Woche. Jetzt müssen wir wieder 38 Stunden arbeite. Und wo ist der Ausgleich?" Dafür gibt es 6,5% weniger ist die Logik von Telekom und scheinbar auch von ver.di.

Ab 1.7.2007 müssen die Kollegen für 6,5% weniger Lohn 4 Stunden mehr arbeiten. Dafür erhalten sie bis 2010 abgestufte Einmalausgleichszahlungen und eine Beschäftigungsgarantie bis 2012. Die Neueingestellten erhalten gleich 30% weniger Geld minus 10% mehr Arbeit, was der Konzern, bzw. der Antreiber Blackstone von vornehrein wollte. Für die Neuen hat ver.di überhaupt nichts getan. 900 Millionen wollte die Telekom einspa­ren. „Und das haben wir auch erreicht", sagte der Verhandlungsführer Thomas Sattelberger der Telekom. Da hat er ja locker das Gehalt von Blackstone-Chef Schwarzman über 400 Millionen wieder reingeholt. Da kommt bei Blackstone viel Freude auf, dass sie ihr Aktienpaket von 4,8% noch mal erhöhen werden.

Was kommt nach 2010, wenn die Ausgleichszahlungen ausbleiben? Außerdem kann ab 2010 Telekom sich von den drei T-Service-Gesellschaften trennen. Bis dahin wird der Reallohn der dann T-Service-Kollegen weiter sinken. Ver.di haut zwar auf die Kacke, dass es von nun die „Gehälter sich geradeaus entwickeln" würden. Aber was daraus wird, hat ja jetzt jeder sehen  können.

Erst 2010. Na ja, vielleicht wird es ja dann aufwärts gehen, denkt so mancher.

Hallo, Leute, aufgewacht, wir sind jetzt in der Boomphase, brummm, brummm, und trotzdem in den alten Branchen Massenentlassungen, was gibt das erst in der Krise? Ab 2010 wird Blackstone auf eine Trennung drängen, und dann wird es überhaupt kein Halten mehr geben.

Weiter

 

, 03.06.2007 - bisherige Aufrufe: 893

Telekom: Tag der Solidarität, Tag der Wahrheit?

Norbrt Nelte

3.6.07Tag der Solidaritaet.jpg

Nach 28 Streiktagen streikten bei der Telekom wieder 15.450 Kollegen an 75 Standorten. (1) Trotz verzagter Unkenrufe mancher Altlinker über mangelnde Aktivitäten der Arbeiterklasse, zeigt es sich doch immer wieder, wenn die Kollegen von ihrer Führung  gerufen werden, sind sie immer dabei.

Wer nur gefehlt hat, waren die Altlinken, na ja, vielleicht waren sie auch zu sehr mit dem G8 beschäftigt. Am 30.5., dem Tag der Solidarität demonstrierten die Streiker durch alle deutschen Großstädte, allein in NRW in 15 Standorten. Ihre Gewerkschaft Ver.di hatte alle zum Solidarisieren mit eingeladen. Nach dem Zug in Köln mit 500 Demonstranten, wünschten die WDR-Kollegen in ihrer Grußbotschaft den Telekomern vollen Erfolg. Die Kollegen der Uniklinik berichteten alle gemeinsam auf der Bühne von ihrem erfolgreichen Kampf und machten damit allen Mut. Aus vielen anderen Betrieben solidarisierten sich die Kollegen, nicht zuletzt die Eisenbahner mit ihren Transnet-Fahnen. Sie sind ja die nächsten, die von den Mehdorn mit seinen Börsentraum-Privatisie­rungsplänen heuschreckenreif gemolken werden sollen. Schade, dass von den linken Gruppen nur die NLO mit ihrer Fahne vertreten war, denn mehr Solidarität hätten die Telekom-Kolle­gen bitter nötig gehabt, das hat sich dann bei der Kundgebung gezeigt.

Der moderierende Ver.di-Sekretär kündigte mit kämpferischem Nachdruck auch in der neuen Gesellschaft ab 1. Juni den Kampfeswillen aller Kollegen an. Um zu verstehen, dass das eigentlich die 40, 50, 60%ige Talfahrt der Löhne der Telekom-Freunde bedeutet, und nicht nur von ihnen, muss einiges vorausgeschickt werden.

Nachdem Ron Sommer die Telekom an die Börse gebracht hat, investierte das Heuschrecken-Haus Blackstone für 5,4 Milliarden €uro Aktien. Sie nahm nur aus ihrer Portkasse 400 Milli­onen und lieh sch den Rest von ca. 5 Milliarden bei den Banken zusammen. Nun setzten sie gleich den Nochhauptaktionär, den Staat mit 30% Anteil, unter Druck, den Vorstandschef Kai-Uwe Ricke zu ersetzen, weil der nur 32.000 Kollegen rauswerfen wollte.

Weiter

 

 

, 26.04.2007 - bisherige Aufrufe: 798

Telekom: Arbeitsplatzvernichtung durch "Outsourcing" verhindern!

Francis Byrne

26.5.207 turm.jpg

Streiken bis die Auslagerung vom Tisch ist!
Wer nicht kämpft hat schon verloren!


Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wer bei der Telekom arbeitet muss sich auf lange und ganz harte Kämpfe einstellen. Der neue Vorstandvorsitzende René Obermann hat die ganz harten Bandagen angezogen - nicht umsonst nennt man ihn den Bulldozer. Die Manager der Führungsriege sprechen von Konzernumbau. Das verhüllt aber die Realität. Uns erwarten ganz knallharte Kürzungen. Bis 2010 sollen 5 Mrd. Euro eingespart werden.Und ihnen fällt wieder nichts schlaueres als Lohnkürzung ein! Laut Vorstand sollen 50.000 (Verdi schätzt, dass es sogar 61.000 werden) Kolleginnen und Kollegen aus dem Konzern ausgegliedert werden und in drei neuen Gesellschaften unter dem Dachnamen T-Service beschäftigt werden. Die von der Auslagerung Betroffenen sollen 13 % weniger Lohn erhalten und zusätzliche Wochenarbeitszeit leisten.

Bundesweit einsetzbares Flugblatt zum download

Statt 34 Stunden sollen 38 Stunden (mindestens) gearbeitet werden. Das ist eine indirekte Lohnkürzung von weiteren 11 %.
Was ist mit  Weihnachts- und Urlaubsgeld? Sollen die in der neuen Gesellschaft gezahlt werden? Oder droht eine Kürzung von zusammengerechnet bis zu 40 %?

Weiter

 

Schlüsse aus den Warnstreiks bei bei Nokia-Siemens in Berlin und der Telekom.
Norbert Nelte

10.05.2007


ricke.jpgWir gehen natürlich davon aus, dass die 750 Millionen €uro Gewinn bzw. die 5%-Rendite bei Nokia mehr als genug sind und keinen Grund bieten, fast 3.000 Kollegen zu entlassen, nicht mal einen einzigen. Leider sehen das die Kapitalgeber (Aktionäre oder Gesellschafter) bei Nokia nicht so.

In ihren Hochzeiten hatten sie bei Nokia 16% Rendite erzielt. Auch noch heute erzielen große Vermögen auf dem Finanzmarkt bis zu 8% Zinsen bei festverzinslichen langfristigen Anlagen und bei nicht festverzinslichen sogar 15% (Auch hier in der Linken Zeitung habe ich einmal in der Google-Reklamenspalte einen Fond mit 10,2% Dividende gesehen. Der Nokia-Kapitalgeber kann also jederzeit die Kapitalanlage wechseln und gut das Doppelte erlösen. Das einzige, was ihn noch hält, ist die Aussicht auf eine höhere Rendite, die durch Massenentlassung erreicht wird. Das Argument, dass er doch die in guten Zeiten erzielten Riesengewinne in schlechten Zeiten als Risikokapital einsetzen möge, wird ihm an einem gewissen Körperteil vorbeigehen.


Auch, nachdem die 3.000 Kollegen entlassen und im schwarzen Loch der bundesdeutschen Arbeitslosenstatistik verschwunden sind, wird es eine neue Entlassungswelle geben. Die Konkurrenz schläft nicht und befreit sich auch von lästigen Kostenfaktoren. Da die Arbeit die einzige Quelle des Mehrwertes ist und ihr Anteil am Warenwert immer weiter zurückgehen wird, wird die Rendite in Wellenbewegungen immer weiter abwärts gehen - aber auch bei der Konkurrenz. Die Kollegen brauchen überhaupt kein Gedanken mehr daran verschwenden, dass es wieder aufwärts ginge. Auch gutwillige Kapitalisten könnten an der Misere nichts mehr ändern, die würde die Konkurrenz einfach vom Markt fegen. Wenn Du die IGM-Seite öfnest, dann siehst Du, weltweit, 3.000 Entlassungen bei Cable&Wireless, 36.000 bei AT&T, 3.500 bei Motorola, Verlagerung von 15.000 Jobs bei EDS in Billiglohnländer usw. usf., Du verlierst den letzten Glauben in die Marktwirtschaft und seine Ausgleichsmechanismen.

Weiter

 

, 07.05.2007 - bisherige Aufrufe: 741

Interview mit einem Streikenden Kollegen bei der Telekomtelekom_streik.jpg

Francis Byrne

7.5.07

Jens F. arbeitet bei der Telekom im Raum Koblenz.

Jens, was ist im Moment los bei der Telekom, warum gibt es diese Konfrontation?

Die T-Com unter René Obermann plant ca. 50 000 Stellen auszugliedern und in die T-Service GmbH reinzupressen. Das Ergebnis davon wären längere Arbeitszeiten (38 Stunden statt bisher 34 für Vollzeitkräfte) für weniger Geld. Man denkt an Lohnkürzungen bis zu 30 %. Die Weggefallenen 30 % sollen die Kolleginnen und Kollegen im Vertrieb durch mehr Verkäufe wieder reinholen. Dadurch entsteht natürlich ein höherer Druck auf die Leute, insbesondere im Vertrieb, wo ich arbeite.

René Obermann versucht ebenso mit weniger Personal, Lohndumping und längeren Arbeitszeiten besseren Kundenservice zu garantieren, was eine Farce ist. Aktuell unterstellt man den Kollegen, dass sie sich nicht genügend reinhängen und sich ausruhen. Laut T-Com-Vorstand soll damit Schluß sein. Man möchte insgesamt den Druck auf die Mitarbeiter erhöhen.

Wie reagieren die Kolleginnen und Kollegen an der Basis?

Die Stimmung wird zunehmend gereizter und es setzt großer Argwohn gegenüber den Plänen des T-Com-Vorstandes ein. Die Mehrheit der Kollegen ist für einen Streik und hat die Warnstreiks der vergangenen Tage aktiv unterstützt. Unter den Betroffenen herrscht großer Zusammenhalt. Die Beamten der T-Com, welche leider nicht streiken dürfen, erklärten sich mehrheitlich solidarisch mit dem Streik der Angestellten. Nur wenige Leute beteiligten sich nicht an den Warnstreiks.

Weiter

 

, 16.10.2006 - bisherige Aufrufe: 2804

BenQ: Siemens enteignen! ? Betriebe besetzen und in Arbeiterhand weiterführen - IGM-Führung abwählen

Norbert Nelte

16.10.06Siemens - stoppschild_gq.jpg

In allen Parteien von CSU bis LPDS, in allen Zeitungen und bei allen Verbänden wird nach der Kapitalflucht von BenQ zu Recht Siemens in das Zentrum der Kritik gerückt und Sanktionen bis hin zu deren Enteignung gefordert.

Darüber hinaus müssen wir uns auch fragen, wie es überhaupt so weit kommen konnte, stimmt das alles, was uns da aufgetischt wird und was können wir Linken über die Protest- und Solidaritätsschreiben hinaus noch weitere Schritte zur Sicherung der 3.000 Arbeitsplätze unternehmen?

Die Linke Zeitung beobachtet den Ausver5kauf der Arbeitsplätze bei den Siemens-Handy Werken schon ab 28.2.2006. (1)  Der Siemens-Vorstand  hat dort schon lange vorher nicht mehr investiert, da die Kollegen in den Handy-Werken ihm zuviel Rechte erkämpfte. So haben die Konzernherren uns in der Hand und deshalb die Enteignungsforderung der LPDS Wesel, mehr  als berechtigt.


Die IGM-Führung  hatte im Juli 2004 aber nichts besseres zu tun gehabt, als mit Siemens einen Vertrag zu unterzeichnen, in dem die Kollegen auf 26% des Lohnes verzichteten mussten und dafür nur die Bonbons einer zweijährigen Beschäftigungsgarantie erhielten. Mehr nicht. Das Chaos jetzt 2 Jahre später, die drohende Arbeitslosigkeit für die 3.000 Kollegen ist damals mit vollem Wissen und dem Einverständnis der IGM-Führung geschehen, sie kann sich da nicht rausreden, der Verhandlungsführer war der IGM-NRW-Bezirksleiter Gasse, der die Kapitulation noch als großen Erfolg feierte

Am 18. Juli demonstrierten 25.000 Siemens-Kollegen gegen die drohende Entlassung der Handy-Kollegen. Die Gewerkschaftsführung kann also auch nicht die Ausrede benutzen, wie sie das immer gerne vorschiebt, dass an der Basis keine Kampfbereitschaft bestehe.

Weiter

 

Belfast: Gemeinsamer Streik macht stark und überwindet Barrieren des Hasses

Francis Byrne

06.05.2006

wilderstreik.jpgNach einem 18-tägigen wilden Streik vom 31. Januar bis zum 17. Februar 2006 errangen mehr als 800 Arbeiter der Post im nordirischen Belfast einen historischen Sieg.

Der Streik begann in einem vorwiegend protestantischen Postamt mit 300 Arbeitern, die sich gegen die zunehmende Schikane des Managements wehrten. Kranke wurden drangsaliert und abgemahnt, und Arbeitern, die sich gegen den zunehmenden Druck wehrten, drohte man mit Entlassung. Die Arbeiter formulierten als eine Forderung, dass ein unabhängiger Ausschuss eingesetzt werden soll, um den Arbeitsdruck zu überprüfen.

Die Arbeiter aus dem vorwiegend katholischen Postamt im benachbarten Stadtteil hatten die gleichen Erfahrungen des Drucks von oben gemacht und traten wenige Tage später ebenfalls in den Ausstand.

 

Erstmals seit den 30er Jahren führte der Streik Arbeiter aus der katholischen und protestantischen Bevölkerung zusammen. Nach 14 Tagen Streik organisierten die Streikenden eine Demonstration, die symbolisch von der katholischen Falls Road – dem Zentrum der republikanischen Nordiren  – zur Shankhill Road – dem Zentrum der protestantischen Nordiren führte. Am Straßenrand versammelten sich Menschen und applaudierten der 3.000-köpfigen Demonstration. Bei dieser Gelegenheit überreichten Delegationen von Postlern aus dem Süden Irlands und aus England insgesamt etwa € 150.000 Spenden für die Streikkasse und erklärten ihre Solidarität.

Postarbeiter in anderen Städten Grossbritanniens – wie Glasgow, Edinburgh, Liverpool, Newcastle, Preston und Leeds solidarisierten sich mit dem Streik und weigerten sich, Post aus Belfast weiterzuleiten.  

Weiter