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Vor zehn
Jahren:
Der Untergang der DDR-Ein Grund zum Trauern?
Karsten Schmitz
Wer vor zehn Jahren oder mehr als revolutionärer Sozialist
Politik gemacht hat, bekam öfters zu hören: Geh
doch nach drüben! Drüben, damit war
die DDR gemeint - die Deutsche Demokratische Republik, die es
seit zehn Jahren nicht mehr gibt. Die überwältigende
Mehrheit der Menschen in Westdeutschland hat sie damals für
sozialistisch gehalten. Und wenn das System dort Sozialismus
gewesen sein soll, wollte auch niemand etwas mit ihm zu tun haben
und schon gar nicht dafür kämpfen.
Auch die Linken haben das System der DDR für Sozialismus
gehalten, haben geleugnet, daß es dort Klassengegensätze
gibt, und es als fortschrittlich gefeiert.
Ja, sogar die DDR selbst hat von sich behauptet, ein sozialistischer
Staat zu sein, der in der Tradition von Marx und Engels stehe.
Damit hat sie sich allerdings in eine Vielzahl von Widersprüchen
verwickelt, wie auch all die anderen Menschen, die die DDR mit
Marx und Engels Sozialismus gleichgesetzt haben.
Der Marxismus und die DDR
Obwohl die Staatsreligion der DDR offiziell Sozialismus
oder Marxismus-Leninismus genannt wurde, war sie
in Wirklichkeit stalinistisch. Zu den Aussagen, die Marx, Engels,
Lenin, Trotzki und Luxemburg gemacht hatten, stand sie in krassem
Widerspruch.
Die Aufhebung der Zensur war eine Forderung, für die Marx
sein Leben lang immer wieder kämpfte. Schon der erste veröffentlichte
Artikel, den Marx 1842 schrieb, wandte sich gegen sie und verteidigte
vehement die Pressefreiheit. In einer sozialistischen Gesellschaft
gibt es keine Zensur. In der DDR hingegen gab es staatliche Institutionen,
die festlegten, welche Artikel und Bücher für eine
Veröffentlichung geeignet waren und welche nicht, und Schriftstellern
konnte sogar Schreibverbot erteilt werden. Die ganze DDR-Gesellschaft
wurde von dem gigantisch großen Spitzel-Apparat der Stasi
(Staatssicherheit) beherrscht, der einen großen Teil der
Bevölkerung observierte, belauschte und Akten über
ihn führte.
Für Marx und Engels hatten die Arbeiter das Sagen im Sozialismus.
Sie sprachen sogar von der Diktatur des Proletariats.
In der DDR hat es aber höchstens eine Diktatur über
das Proletariat gegeben. Immer wieder nahm die Ausbeutung der
Arbeiter zu. Forderten sie wirklich freie Gewerkschaften, die
nicht der Kontrolle des Staates unterstanden, bekamen sie Gefängnisstrafen
oder wurden ins Irrenhaus gesperrt. Als sie 1953 versucht haben,
ihre Forderungen an den Staat, nicht auf ihre Kosten die Produktivität
zu erhöhen, mit Protestdemonstrationen und Streiks durchzusetzen,
wurden Panzer gegen sie eingesetzt.
Marx und Engels bezeichneten den Sozialismus als Übergang
vom Reich der Notwendigkeit zum Reich der Freiheit. In der DDR
hatten die Menschen noch nicht einmal die Freiheit, ihren
Staat verlassen zu dürfen, wenn sie es wollten. Die herrschende
Klasse hatte ihr Land 1961 mit einer Mauer zum Westen abgegrenzt.
Wer sie überwinden wollte, konnte völlig legal von
Grenzsoldaten abgeknallt werden.
Marx und Engels sagten, im Sozialismus werde der Staat absterben,
in der DDR wurde er immer weiter ausgebaut, um seine Kontrolle
über die Menschen in ihm sicherzustellen.
Der DDR-Staat
Die DDR war also überhaupt kein sozialistischer Staat. Aber
als die DDR 1989 in einem relativ friedlichen Aufstand gestürzt
wurde, kam deshalb noch lange nicht die Wahrheit ans Licht. Nun
wurde einfach behauptet, der Sozialismus sei gescheitert und
sei ja auch immer schon zum Scheitern verurteilt gewesen.
Kaum jemand hat sich die Mühe gemacht, sich mit den ganzen
Widersprüchen auseinanderzusetzen. Wozu auch? Die herrschende
Klasse der DDR hatte bis zu ihrem Sturz eine feine Rechtfertigung
für ihr Handeln - schließlich kämpfe sie ja für
den Sozialismus, da müsse sie auch schon mal zu der einen
oder anderen unbequemen Maßnahme greifen. Und die herrschende
Klasse im Westen konnte Forderungen nach einer sozialistischen
Gesellschaft immer wieder damit begegnen, daß sie auf die
DDR zeigte und sagte: »Seht ihn Euch an, Euren Sozialismus.
Dafür wollt Ihr kämpfen?«
In Wirklichkeit war die DDR, wie alle anderen Länder auch,
ein völlig gewöhnlicher, kapitalistischer Staat. Die
Härte seiner Unterdrückung lag der besonderen Art und
Weise zugrunde, auf die die Arbeiter in ihm ausgebeutet wurden.
Diese Form Kapitalismus nennen wir Staatskapitalismus, weil es
die Staatsoberen waren, die die Produktionsmittel (die Fabriken,
Maschinen usw.) kontrollierten.
Und schon die Entstehung der DDR und ihre offizielle Gründung
am 7. Oktober 1949 zeigt, daß sie auch gar kein Arbeiterstaat
gewesen sein konnte. Denn der Staat ging nicht aus einem siegreichen
Aufstand der Arbeiter hervor, sondern aus der Zerschlagung ihrer
Organisationen.
Von der Besatzungszone zum Staat
Als das Ende des Zweiten Weltkrieges genaht hat und die Alliierten
Streitkräfte 1945 immer weiter nach Deutschland hinein vorgerückt
sind, haben die oberen Verwaltungsbeamte der Nazis und mit ihnen
die Unternehmer die Flucht ergriffen. Buchstäblich führungslos
und unorganisiert haben Fabriken und ganze Städte dagelegen.
Um auch nur die grundlegendste Versorgung mit Lebensmitteln,
Wasser, Unterkünften, Elektrizität und Gas zu gewährleisten,
Straßen und Infrastruktur wieder instandzusetzen usw.,
bildeten sich - meist auf Betriebsebene - von unten her neue
Verwaltungsorganisationen, die sich in Antifaschistischen Komitees
organisierten und Kommunisten und Sozialdemokraten zu ihren Leitern
gewählt hatten. Für diese Zeit kann man also davon
sprechen, daß die Gesellschaft - wenn auch nur auf regionaler
Ebene - von Arbeitern kontrolliert wurde.
Man sollte meinen, daß doch gerade die Generäle der
Roten Armee, die sich doch offiziell der Diktatur des Proletariats
verschrieben hatten, sich über diese Basisorganisationen
hätten freuen müssen. Das war allerdings nicht der
Fall. Parallel zum Aufbau der sowjetischen Militärverwaltung
in der Besatzungszone Ostdeutschland wurde aus Moskau der künftige
DDR-Staats-Chef, Walter Ulbricht, mit einem Mitarbeiterstab eingeflogen,
um sämtliche Basisorganisationen und insbesondere die Antifakomitees
zu zerschlagen. Einer seiner damaligen Mitarbeiter schrieb:
»Während der Kampagne gegen die Antifaschistischen
Komitees wurde von Ulbricht mal das eine mal das andere Argument
verwandt. Unverändert blieb eines: die Härte und Entschlossenheit
in seiner Direktive, die Antifaschistischen Komitees aufzulösen
und alle ähnlichen Neugründungen im Keime zu ersticken.«1
Einhergehend mit der Vernichtung sämtlicher Initiativen
von unten arbeitete die Gruppe Ulbricht daran, den
Menschen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) eine Staatsstruktur
aufzupfropfen, in der Arbeiter von Entscheidungen ausgeschlossen
waren.
Als die Teilung Deutschlands noch nicht beschlossene Sache war,
passte die Moskauer Bürokratie die Staatsstrukturen in Ostdeutschland
noch nicht denen Rußlands an. Das Kapital war noch nicht
verstaatlicht. In einem KPD-Gründungsaufruf, den Ulbricht
aus Moskau mitgebracht hatte, hieß es sogar in einer Forderung:
»Völlig ungehinderte Entfaltung des freien Handels
und der privaten Unternehmerinitiative auf der Grundlage des
Privateigentums.«2 Je mehr sich aber der Ost-West-Konflikt
zwischen USA, Britannien und Frankreich auf der einen und der
UdSSR auf der anderen Seite verschärfte, desto mehr machte
Moskau sich daran, Ostdeutschland zu seinem Satelliten auszubauen.
Bestärkt wurde dieses Vorhaben auch noch durch ein anderes
Ereignis. In allen Ostblockländern hatte die russische Bürokratie
unmittelbar nach Kriegsende durch die Rote Armee stalinistische
Staatsapparate errichten lassen, die mit dem in Moskau identisch
waren, und beutete den jeweiligen Satelliten aus, indem Reparationszahlungen
von ihm eingetrieben, industrielle Anlagen demontiert und die
Staaten gezwungen wurden, ihre Rohstoffe unterhalb der Preise
auf dem Weltmarkt an die UdSSR zu verkaufen. Diese Ausbeutung
veranlaßte den Führer Jugoslawiens, Tito, im Juni
1948 dazu, das Bündnis zwischen seinem Staat
und dem der UdSSR aufzukündigen und auch mit den westlichen
Mächten Handel zu treiben.
Dies nahm die stalinistische Bürokratie in Rußland
zum Anlaß, die DDR endgültig und allumfassend zu einer
totalitären stalinistischen Diktatur auszubauen - und zwar
genau nach dem Vorbild des russischen Staates. Der war Ende der
20er Jahre unter Stalin zum Machtinstrument einer neuen Art Kapitalisten
geworden: der Bürokratie, die die Produktionsmittel des
Landes als Kollektiv besaß und die Arbeiter ausbeutete
und über sie herrschte. Der Rüstungswettlauf mit dem
Westen zwang die stalinistische Bürokratie dazu, sich auch
im Ostblock dem Wertgesetz unterzuordnen und so eine kapitalistische
Wirtschaft zu führen, deren Triebfeder die Konkurrenz in
der Waffenentwicklung war - der sogenannte Rüstungswettlauf.3
Schon damals sind die Kommunistischen Parteien auf der gesamten
Welt einem Säuberungsprozeß unterzogen worden, und
die KPD ist auf diese Art schon vor 1933 zu einem Vollzugsorgan
der russischen Bürokratie und derer Interessen verkommen,
weshalb sich die Moskauer Strategen auch völlig auf die
alten kommunistischen Führer aus Deutschland
verlassen konnte.
Moskau und die DDR
Doch vom Anfang bis zu ihrem Ende sollte die DDR bloßer
Befehlsempfänger des Moskauer Imperialismus bleiben. Als
Ostdeutschland noch sowjetische Besatzungszone war, war sie dem
Kommando und der Verwaltung der Sowjetischen Militäradministration
(SMAD) unterstellt. Die Gründung der DDR fand nicht aus
Eigeninitiative ostdeutscher Politiker oder etwa durch einen
Volksentscheid statt; im September 1949 wurden die führenden
Mitglieder des Politbüros der SED (Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl,
Walter Ulbricht und Oelßner) nach Moskau beordert, um dort
zwei Wochen lang von der stalinistischen Bürokratie instruiert
zu werden, wie sie die offizielle Staatsgründung vornehmen
sollten.
Bis hierhin lief alles so ähnlich ab, wie auch in den westlichen
Besatzungszonen Deutschlands. Während die Alliierten dort
aber nun die Herrschaft dem westdeutschen Kapital zurückgaben,
wurde die SMAD in Ostdeutschland durch die Sowjetische Kontrollkommission
(SKK) abgelöst, an deren Stelle im Mai 1953 eine sowjetische
Hohe Kommission trat - obwohl die UdSSR der DDR bereits
am 25. März 1954 in einer offiziellen Erklärung volle
Souveränität zugebilligt hatte. Diese Selbstbestimmung
existierte somit nur auf dem Papier. Alle militärpolitischen
und wirtschaftlichen Entscheidungen unterlagen auch weiterhin
einer direkten Einflußnahme von Moskau. Das untermauerten
auch nach der Auflösung der Hohen Kommission
1955 wieder die Sonderrechte, die sich Moskau im Truppenvertrag
zwischen UdSSR und DDR von 1957 vorbehielt.
Verstaatlichung und Planwirtschaft
Daß sich die DDR den Weisungen der russischen Bürokratie
fügte, war extrem wichtig für das staatskapitalistische
System, das im Ostblock herrschte. Es handelte sich um eine Kommandowirtschaft,
dessen Zentrale Moskau war. Und aus genau diesem Grunde mußte
sich auch das System der DDR dem des restlichen Ostblocks anpassen.
Von 1949 an wurde das ostdeutsche Kapital verstaatlicht. Bis
1952 waren fast 80% der Betriebe im Besitz des Staates. Das hieß
nun nicht, daß die Arbeiter es kontrollierten. Nach wie
vor hatte die stalinistische Bürokratie in Moskau die Verfügungsgewalt,
die sie nach und nach an die Nomenklatura übergab, die sie
in der DDR aufbaute. Sie bildete die Klasse der Kapitalisten
in der DDR, die nur sehr begrenzt die eigenverantwortliche Herrschaft
über ihre Arbeiter wahrnahm; sie war nur ein Teil einer
Ostblock-Bürokratie, die die Vorgaben aus der Moskauer Zentrale
erfüllen mußte.
Am 1. Januar 1951 verabschiedete die SED dann den ersten Fünf-Jahres-Plan,
der Beginn der staatlichen Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild.
Aufgebaut werden sollten vor allem die Schwerindustrie und diejenigen
Industriezweige, an denen die Sowjets interessiert waren. Hier
handelte es sich in erster Linie um die für die Waffenproduktion
wichtigen Bereiche. Die ganze Produktion war dem Ziel unterworfen,
im Rüstungswettlauf mit dem Westen mindestens Schritt halten
zu können. Folge dieser Wirtschaftsziele war, daß
es der Bevölkerung an Gebrauchsgütern mangelte, weil
die Produktion im Konsumbereich völlig vernachlässigt
werden mußte. Im Juli 1952 kam es dann zu weiteren Engpässen
in der Versorgung der Bevölkerung. Grund: Die zweite SED-Parteikonferenz
legte noch mehr Gewicht auf die Förderung der Schwerindustrie.
Diese Verstaatlichung der Wirtschaft und dieser Plan waren der
Grund dafür, warum der größte Teil der Linken
die DDR als sozialistisches System feierte. Aber Verstaatlichung
und Plan sind noch lange kein Sozialismus. Die Parteibonzen der
KPD und die Führer der SED, die das behauptet haben, haben
gelogen. Sie alle, die doch angeblich immer wieder die Klassiker
des Kommunismus gelesen haben, hätten bloß das Kommunistische
Manifest aufschlagen müssen, um ihren Irrtum
zu bemerken. Dort steht, daß »der erste Schritt«
auf dem Weg zum Sozialismus bzw. »in der Arbeiterrevolution«
nicht die Verstaatlichung, sondern
»die Erhebung des Proletariats zur herrschenden Klasse,
die Erkämpfung der Demokratie ist. Das Proletariat wird
seine Herrschaft dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach
alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstrumente
in den Händen des Staats, d.h. des als herrschende Klasse
organisierten Proletariats zu zentralisieren...«4
D.h., Verstaatlichung ist dann eine sozialistische Maßnahme,
wenn sie von einem Staat durchgeführt wird, der »das
als herrschende Klasse organisierte Proletariat« bildet.
Der DDR-Staat aber war das als herrschende Klasse organisierte
Kapital in Form der oberen Bürokratie. Das, was Marx und
Engels als »ersten Schritt« bezeichnet haben, den
Sturz der herrschenden Klasse und den Aufbau der Arbeiterdemokratie,
hatten die Proletarier in der DDR nicht hinter sich, sondern
noch vor sich.
Dasselbe gilt für den Plan. Er war kein Plan, der dazu diente,
die Bedürfnisse der Menschen nach bestimmten Gütern
bestmöglich zu befriedigen. Und dem Interesse der Arbeiter
war er genau entgegengesetzt. Er diente dazu, das Kapital im
Ostblock zu bündeln und in den Dienst des Rüstungswettlaufes
zu treten. Der Plan war also kein Mittel, um die Konkurrenz und
damit den Kapitalismus auszuhebeln. Gerade der Plan war es, der
dafür sorgte, daß beides aufrecht erhalten wurde.
Und die Arbeiter hatten sehr darunter zu leiden, daß die
zu erfüllende Norm ständig weiter erhöht wurde.
Im Gegensatz zu den linken Parteibonzen war ihnen
schnell klar, daß sie mit diesem Plan nur ausgebeutet wurden.
Im Juni 1953 setzten sich dann auch Ostberliner Bauarbeiter gegen
das Vorhaben zur Wehr, die Produktivität auf ihre Kosten
zu erhöhen. Am 16. Juni machten 60 Arbeiter, die auf einem
Krankenhausgelände beschäftigt waren, eine Protestdemonstration;
am nächsten Tag folgte ein Generalstreik in ganz Ostberlin,
der sich etwa auf 70 Orte in der DDR, darunter viele größere
Städte, ausdehnte. An einigen Orten nahm der Streik die
Ausmaße eines Aufstandes an. In Jena z.B. stürmten
Arbeiter das Polizeigebäude. Zur Unterdrückung des
Streiks wurden sowjetische Truppen mit Panzern eingesetzt. Die
direkten Auseinandersetzungen werden auf 50 Tote geschätzt
und haben Hunderte von Verletzten hinterlassen. Mindestens 20
standrechtliche Erschießungen fanden direkt statt.
Nachdem die Ordnung wiederhergestellt war, folgten
1.526 Verurteilungen, zwei davon zum Tode. Unzählige Menschen
mußten lange Haftstrafen verbüßen. 40 russische
Soldaten, die sich geweigert hatten, auf deutsche Arbeiter zu
schießen, wurden in den Gewehrsalven ihrer Kameraden getötet.
Nun war die Führung der DDR gezwungen ein wenig einzulenken,
wollte sie eine Wiederholung der Ereignisse verhindern. Zur Verbesserung
der Stimmung innerhalb der Arbeiter wurden die Stromsperren für
Haushalte am 1. Juli 1953 abgeschafft. Wegen des Energiemangels
ging das zu Lasten der Industrie. Sie mußte während
der Spitzenzeiten (sieben Stunden pro Tag) ihren Stromverbrauch
um 30% einschränken. Das beweist erneut, daß die Produktion
in der DDR im Widerspruch zu den Bedürfnissen der Menschen
stand. Im Sozialismus hingegen steht beides im Einklang miteinander.
Nun hat die Ökonomie auch direkte Konsequenzen für
das politische System. Im Staatskapitalismus heißt das,
daß es in der DDR, genau wie im Rest des Ostblocks, in
China und auf Kuba, keine freien Wahlen geben konnte. Sobald
die Produktionsmittel dem Staat gehören, kann kein kapitalistisches
System es dulden, daß die arbeitende Bevölkerung,
die von ihm ausgebeutet wird, selber seine Führer, d.h.
in diesem Fall seine Ausbeuter, wählt. Ein demokratischer
Staatskapitalismus ist deshalb ein Widerspruch in sich. Nur wenn,
wie im Privatkapitalismus, Abgeordnete gewählt werden, die
ihren Wählern schon verfassungsrechtlich überhaupt
keine Verantwortung schuldig sind, die in wirtschaftliche Bereiche
fast gar nicht und in viele andere Bereiche nur sehr begrenzt
eingreifen können, kann sich die herrschende Klasse allgemeine
und freie Wahlen leisten - nämlich dann, wenn sie nichts
bewirken.
In der DDR hingegen kam es schnell zur Einparteien-Diktatur.
Die Einparteien-Herrschaft
Dort schrieb die Verfassung vor, daß das Parlament, die
Volkskammer, das höchste Organ der Republik
ist. Dem Schein nach wurde es gewählt. Aber seit dem 15.
Oktober 1950 durften die Stimmen nicht mehr geheim, sondern mußten
offen abgegeben werden. Außerdem standen bei diesen ersten
Volkskammer-Wahlen keine Parteien zur Wahl. Es ging nur um die
Bestätigung von Personen auf einer Einheitsliste der Nationalen
Front.
Die offizielle Wahlbeteiligung lag bei 98%, und von den gültigen
Stimmen entfielen 98,7% auf die Liste. Nach der Wende
1989 konnte aus Akten des Ministeriums für Staatssicherheit
(MfS) belegt werden, daß die Zahlen das Ergebnis massiver
Fälschungen waren.
Von den in der Volkskammer zur Verfügung stehenden 400 Sitzen
nahmen die SED sowie die Abgeordneten der Massenorganisationen
(FDGB, FDJ usw.),5 die ebenfalls SED-Mitglieder waren, 220 Sitze
ein - also die absolute Mehrheit. Die SED (Sozialistische Einheitspartei
Deutschlands) war aus der in Moskau vorbereiteten Vereingung
von KPD und SPD entstanden, die zuvor die proletarischen Parteien
im sogenannten Antifaschistischen Block gebildet
hatten.
Ihnen gegenüber stand das bürgerliche Lager des Antifaschistischen
Blocks. In ihm gab es noch die CDU (Christdemokraten),
die LDPD (Liberale), die DBD (Demokratische Bauernpartei Deutschlands)
und die NDPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands). Aber
das - nur scheinbar exisitierende - Mehrparteiensystem diente
bloß der Verschleierung der Einparteienherrschaft der SED
und der Vortäuschung einer pluralistischen Demokratie, dem
Kontakt zu Politikern, Parteien und Interesseverbänden in
den Westen und als verlängerter Arm, mit der die Bürokratie
Schichten erreichen wollte, die von der SED nicht angesprochen
werden konnten - so sollte jede mögliche Opposition schon
von Anfang an in organisierte Bahnen gelenkt und ausgebremst
werden. In den Blockparteien wurden immer mehr nur noch der SED-Führung
genehme Politiker geduldet; andere wurden eingeschüchtert
oder direkt verhaftet. Da sie nur Erfüllungsgehilfen der
SED-Herrschaft waren, wurden sie von den Arbeitern spöttisch
als Blockflöten bezeichnet.
Im staatskapitalistischen System der DDR mußte sogar die
innerparteiliche Demokratie der SED ausgeschaltet werden. Und
weil sie völlig zentralistisch von oben nach unten organisiert
war, wurde sie von ihren Führern auch als Partei neuen
Typs bezeichnet. Um die angestrebte monolithische Einheit
der Partei aufrechterhalten zu können, waren Parteisäuberungen
nötig, die parallel zu den Schauprozessen in anderen Ostblock-Ländern
verliefen. Allein während der Parteiüberprüfung
von 1950/51 wurden ca. 150.000 Mitglieder aus der SED ausgeschlossen.
Nun lag also die gesamte gesellschaftliche wie politische Entscheidungsgewalt
allein bei einer Handvoll Spitzenfunktionären der SED. Sie
lenkten den Staatsapparat, die Wirtschaft und die Massenorganisationen
- zumindest, solange sie die Vorgaben aus Moskau erfüllten.
Die Justiz in der DDR wurde zur direkten Verfolgung politischer
Gegner benutzt. Im Artikel 6 der DDR-Verfassung wurde unter anderem
auch »Boykotthetze gegen demokratische Einrichtungen und
Organisationen« als »Verbrechen im Sinne des Strafgesetzbuches«
definiert. Durch die entsprechende Auslegung gelang es der SED
aufgrund dieses Artikels alle Gegner und jede Form von Opposition
strafrechtlich verfolgen zu lassen.
Am 8. Februar 1950 gründete die SED das Ministerium für
Staatssicherheit. Sein Chef war Wilhelm Zaisser, Erich Mielke
war als sein Stellvertreter von Anfang an dabei. Er wurde zum
ersten Mann, als Zaisser infolge des Arbeiteraufstandes von 1953
seinen Hut nehmen mußte und sein Nachfolger Wollweber 1957
aufgrund von Intrigen aus dem SED-Zentralkomitee ausgeschlossen
wird. Die Stasi diente der allgegenwärtigen Einschüchterung.
Ihre Methoden bestanden aus willkürlichen Verhaftungen und
Geständniserpressungen - vom Schüler, Arbeiter, bis
hin zum Manager und Minister. Im September 1951 wurden mit der
Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten
und dem Amt für Literatur- und Verlagswesen
die Zensurbehörden installiert, die Kunst und Kultur systematisch
überwachten.
Die DDR war nicht umsonst als Überwachungsstaat par excellence
verschrien. Die für die Telefonkontrolle der DDR zuständige
Stasi-Abteilung 26 hörte 580.000 Telefongespräche allein
im Jahr 1985 ab, von denen 72.000 schriftlich in die Akten wanderten.
Auf Kreuzfahrtschiffen wurde die Verwanzung aller Kabinen geplant;
wurden neue Hotels gebaut, veranlaßten auch Abhörspezialisten
bauliche Maßnahmen, um die Raumüberwachung von Gästezimmern
zu gewährleisten. Kürzlich aufgestöberte Akten
belegen sogar, daß die Stasi, »um den Einbau der
Lauschtechnik republikweit zu ermöglichen, ... per Kampfauftrag
an[ordnete], daß sie bis 1989 in der Lage sein müsse,
,alle in der DDR befindlichen Türschlösser konspirativ
zu öffnen. Die DDR ging unter, ohne daß dieses
Ziel ganz erreicht worden wäre.«6
Auch solche Maßnahmen verlangt ein staatskapitalistisches
System, weil es überhaupt keine Opposition tolerieren kann,
die Gefahr liefe, zu einer ständigen Institution zu werden.
Der Grund liegt wieder darin, daß Wirtschaft und Politik
untrennbar zusammenfallen und mit einem politischen Wechsel auch
die Ausbeuter wechseln würden, was diese natürlich
nach Kräften zu verhindern suchen.
Ost und West: Errungenschaften und Defizite
Trotzdem beharren viele Linke noch immer darauf: Die DDR sei
etwas völlig anderes als der Westen gewesen, weil es in
ihr sozialistische Errungenschaften gegeben habe.
Meistens wird hier das Mutter-Kind-Gesetz angeführt, das
zum Aufbau der Betriebskindergärten geführt hat. Nur
war diese Maßnahme keine sozialistische Errungenschaft,
sondern eine kapitalistische Notwendigkeit. Denn in der DDR herrschte
chronischer Arbeitskräftemangel, da die Beherrschung der
Wirtschaft durch die Bürokratie kaum innovativ war7 und
eine Produktionssteigerung so nicht mit neuen Technologien erreicht
werden konnte, sondern vor allem mit der Rekrutierung neuer Arbeiterschichten
durchgesetzt werden mußte. So beschloß die Bürokratie,
die Frauenarbeit in großem Stil einzuführen. Bereits
1950 waren 40% der DDR-Frauen berufstätig - und das, obwohl
nur fünf Prozent eine Ausbildung hatten; die Erforderlichkeit
zusätzlicher Arbeitskräfte war so dringend, daß
dafür keine Zeit mehr war. Acht Jahre später arbeiteten
70% aller Frauen, über die Hälfte aller Vorschulkinder
war im Kindergarten und ein Viertel der Unterstufenschüler
ging in den Hort.
Weitere Gründe für die vermeintliche Fortschrittlichkeit
der DDR sahen die Linken in den relativ niedrigen Mietpreisen
und Nahrungsmitteln (wofür dann allerdings Waren wie Fernseher
und Autos extrem teuer waren) oder darin, daß jeder eine
Wohnung hatte. Aber diese Debatten sind keine Debatten über
die Vorzüge des staatskapitalistischen Systems. Das konnte
nämlich von Land zu Land höchst unterschiedlich aussehen.
In Rußland wurde das Wohnungsproblem so gelöst, daß
sich in Moskau bis zu fünf Familien eine Einfamilien-Wohnung
teilen mußten. Dafür war die Wochenarbeitszeit der
DDR-Arbeiter mit 43,7 Stunden wiederum höher als in Rußland
oder Ungarn.
Folgt man der Logik eines solchen Ost-West-Vergleichs, könnte
man genauso gut hingehen und sagen, in Frankreich müsse
der deutsche Kapitalismus eingeführt werden, damit es dort
auch Einheitsgewerkschaften gibt, in Britannien der dänische,
damit man dort auch Schwarzbrot kaufen kann, in Schweden der
US-amerikanische, weil dann der Alkohol billiger wird, und zu
guter letzt natürlich: in der DDR der bundesdeutsche, damit
man auch dort Bananen kaufen kann - Südfrüchte waren
dort nämlich absolute Mangelware.
Über diese ganze dummdreiste Vergleicherei vergißt
man schnell das Problem um das es eigentlich geht. In keinem
Land dieser Welt geht es mehr darum, ob das kapitalistische System
noch die Bedürfnisse der Menschen befriedigen kann oder
nicht. Überall geht es darum, daß die Menschen Einschnitte
hinnehmen, um die Erfordernisse des kapitalistischen Systems
zu befriedigen. Mit anderen Worten, die Menschen sollen sich
einem System anpassen, daß ihnen überhaupt nicht mehr
gerecht werden kann, nur damit eine Handvoll Kapitalisten seine
Privilegien nicht verliert und munter weiter seine Profite einfahren
kann. Mittlerweile haben Konkurrenz und Profitgier solche Ausmaße
angenommen, daß sie mit der umweltverschmutzenden Produktion
sogar die Zukunft unseres Planeten bedroht. Angesichts dessen
ist es blanker Hohn, darüber zu sprechen, ob es hier eine
Wohnung mehr oder dort einen Arbeitslosen weniger gegeben hat.
Das ganze System ist zum Scheitern verurteilt. Wir brauchen endlich
die klassenlose Gesellschaft!
Der Untergang der DDR
Im Laufe der Zeit hat der Kapitalismus auf der ganzen Welt immer
wieder seine Form verändert. Mal setzte er auf einen großen
Anteil an verstaatlichten Produktionsmitteln (wie z.B. in der
Phase der ursprünglichen Akkumulation oder in faschistischen
Regimen), mal sah er die Privatisierung aller seiner Bereiche
als sein Heil an (sämtliche Phasen des Liberalismus, Neoliberalismus
usw.). Da aber der Staatskapitalismus nicht mit einem solchen
Umbau auf Veränderungen auf dem Weltmarkt reagieren konnte,
ohne sich als System zu vernichten, geriet er schnell ins Hintertreffen
und erwies sich dem Privatkapitalismus als unterlegen.
Das begriff auch die Bürokratie. In Rußland war es
Gorbatschow, der Ende der 80er Jahre den Umbruch zum Privatkapitalismus
einleitete, in China geschah das - wenn auch viel langsamer -
schon in der Zeit nach der Kulturrevolution. In Ostdeutschland
sperrte sich die Bürokratie gegen diese Veränderung;
viel zu groß war ihre Angst, bei dem Projekt auf der Strecke
zu bleiben und die Privilegien zu verlieren.
Dafür setzten sich aber die Massen in Bewegung, denn sie
bekamen mit, daß die herrschende Klasse der DDR keine Alternative
mehr zu bieten hatte, wo doch schon die UdSSR mit Glasnost Vorbereitungen
traf, das sinkende Schiff zu verlassen - und natürlich macht
sich Nervosität breit, wenn der Kapitän auf hoher See
entscheidet, von Bord zu gehen.
Als die Massen auf den Plan traten, handelte es sich natürlich
nicht nur um die große Mehrheit der Arbeiter. In der DDR
gab es auch eine breite Mittelschicht aus Kleinbürgern,
die sich zwar in einer gehobenen und privilegierten, nicht aber
in einer führenden Position befanden: Pfarrer, Ärzte,
Rechtsanwälte, Techniker, Leistungssportler, Ingenieure,
Professoren und Künstler. Der Teil von ihnen, den man für
gewöhnlich als die Intelligenz bezeichnet, übernahm
im September 1989 mit der Gründung des Neuen Forums
die Führung der Bewegung. In dieser Organisation bezeichnete
sich in einer Umfrage nur ein Achtel der Mitglieder als Arbeiter.8
Da es der Arbeiterklasse in der DDR nicht gelungen war, eigene
Organisationen zu entwickeln, in denen sich eine Führung
hätte herausbilden können, war sie mehr oder weniger
gezwungen, sich der Führung der Kleinbürger anzuschließen.
Anders als viele Arbeiter waren die Kleinbürger aber nicht
am Sturz des Systems interessiert - schließlich wollten
sie ihre Privilegien nicht gefährden -, sondern wollten
die herrschende Klasse durch begrenzten Druck zu Reformen zwingen.
Rolf Henrich vom Neuen Forum sagte: »Jetzt nur nicht den
Verwalter der ganzen Pleite machen! Die sollen ihre Suppe selbst
auslöffeln.« Und Jens Reich sagte über das Neue
Forum, von dem er ein Gründungsmitglied war: »Unsere
Bürgerbewegungen haben Kontrollaufgaben. Nicht jeder von
uns wird regieren wollen, aber jeder muß aufpassen, daß
nichts unter den Teppich kommt.«9
Es kam dazu, daß die kleinbürgerliche Opposition sich
mit der SED-Spitze aussöhnte. Im Dezember 1989 kam es zur
Bildung des Runden Tisches, wo sich Bürgerrechtsgruppen
mit Vertretern der herrschenden Klasse zusammensetzten. Nun stellte
der Runde Tisch sich zwischen die alte, angeschlagene Macht und
die sich radikalisierenden Arbeiter. Auf Betreiben des Neuen
Forums ebbten die zahlreichen Streiks ab, und die gewaltigen
Demonstrationen verkamen zu Schweigemärschen, auf denen
das Rufen von Parolen unterlassen werden sollte.
Beim Sturm auf die Stasi-Zentralen riefen die Bürgerrechts-Bewegungen
zur Gewaltlosigkeit auf, bildeten Menschenketten um die Sitze
der Staatssicherheit und schützten die Spitzel- und Unterdrückungsorganisation
vor der Zerschlagung durch die Massen. Die Chance der Arbeiter,
ihre soziale Lage zu verbessern, blieb nur noch die Wiedervereinigung.
Diese Wiedervereinigungs-Bewegung der Arbeitermassen allerdings
verurteilte die SED/PDS als Teil einer faschistischen Verschwörung
und fing an, zusammen mit den Bürgerrechtlern zu antifaschistischen
Demonstrationen aufzurufen, zu denen es im Januar 1990 kam. Das
ganze Manöver diente lediglich dazu, den angeschlagenen
Gewaltapparat der Stasi vor der Auflösung zu retten. Angeblich
wurde ein Sicherheitsdienst benötigt, der in der Lage war,
die Nazis zu bekämpfen.
Diese Kampagne diskreditierte den Antifaschismus in den Augen
vieler junger Arbeiter und hat sie in die Arme nationalsozialistischer
Organisationen getrieben, deren Spielraum sich in der Endphase
der DDR auf diese Weise enorm vergrößert hat. Die
Verlogenheit der stalinistischen Machthaber war offensichtlich,
denn 1988 waren in Berlin noch Naziübergriffe auf Linke
von Polizei und Stasi wohlwollend toleriert worden. Und im November
goß die SED selbst Benzin ins Feuer des Rassismus, als
sie behauptete, kaufwütige Polen seien Schuld
an den Versorgungsengpässen. Als das Manöver der PDS/SED
durchschaut wurde, entbrannte die Wut der Massen gleich doppelt
so stark. Am 15. Januar kam es zur Erstürmung des zentralen
Stasi-Gebäudes in der Normannenstraße in Berlin.
So blieb den stalinistischen Bonzen nichts anderes übrig,
als dem Druck auf Wiedervereinigung nachzugeben. Mit Hilfe der
Bürgerrechts-Bewegung gelang es der oberen Bürokratie,
den Termin so lange hinauszuschieben (auf den 3. Oktober 1990),
daß der größtmögliche Teil von ihr viele
seiner Privilegien in die BRD hinüberretten konnte.
Daß der Aufstand und die Unruhen von 1989/90 nicht mehr
angerichtet haben, als einen privatkapitalistischen Staat aus
einem stalinistischen Staat zu machen, sollte uns Linken zu denken
geben, denn das ist zu großen Teilen unsere Schuld. Unsere
Aufgabe wäre es gewesen, den Arbeitern eine revolutionäre
Führung und Organisation zur Verfügung zu stellen.
Daß die DDR mitsamt ihrer Nomenklatura, ihrem StaSi-Apparat
und ihrer rigiden Unterdrückung der Arbeiterklasse untergegangen
ist, ist aber kein Grund zur Trauer, sondern einer zur Freude.
Vielleicht trägt das dazu bei, daß die Ideen, die
wirklich den Namen Sozialismus verdient haben, eine Chance bekommen,
wieder verbreitet zu werden.
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