Editorial
Der vergangene Krieg auf dem Balkan ist in Deutschland leider nur auf geringe und zaghafte Proteste gestoßen. Kaum hat sich der heiße Krieg dort etwas abgekühlt, schon zeichnen sich weltweit neue Konflikte und Kriegsvorbereitungen ab. China bedroht Taiwan, die USA bedrohen China, zwischen Indien und Pakistan kommte es vermehrt zu militärischen Auseinandersetzungen, Rußland hat in Dagestan einen neuen monate- oder jahrelangen blutigen Krieg vor sich.
Die Welt wird immer brutaler von den Profitinteressen der großen Imperialisten und ihren regionalen Gegenstücken, den Subimperialisten, geprägt. Aus diesem Grund wird das zentrale Thema unseres Marxismustages im Oktober die geschichtliche Entwicklung und die Perspektive des Imperialismus sein. Aus diesem Grund seid Ihr alle herzlich eingeladen, Euch an der Diskussionsveranstaltung in Köln am Samstag, den 16. Oktober, zu beteiligen. (Siehe Seite 27)
Den Ausweg aus dieser Vorkriegszeit wies die Oktoberrevolution 1917 in Rußland, die es geschafft hat, den Ersten Weltkrieg zu beenden. Nur die internationale Arbeiterklasse hat das Interesse, eine solidarische Gesellschaft aufzubauen und ist nicht auf die Erzwingung von Profiten durch Krieg, Hunger und Elend angewiesen.
Doch die Revolution scheiterte mit Stalins Konterrevolution, die ab 1924 einsetzte. Ein staatskapititalistischer Klassenstaat entstand, nach dessen Vorbild weitere Länder wie die DDR, der gesamte Ostblock aber auch Länder wie China und Kuba organisiert wurden. Zehn Jahre nach dem Fall der Mauer 1989 und dem Untergang der stalinistischen Systeme haben wir den Jahrestag zum Anlaß genommen, eine Rückschau auf den Leichnahm des stalinistischen Systems zu machen, um zu zeigen, daß es nicht der Sozialismus war, der vor zehn Jahren gescheitert ist.
Artikel über den Klassencharakter der DDR, die Wiedervereinigung, Grundsätzliches zum staatskapitalistischen System und ein Interview mit polnischen Sozialisten bilden den Schwerpunkt des vorletzten Klassenkampfes vor der Jahrtausendwende.
Noch immer hängt die überwiegende Mehrheit der Linken den Ideen Stalins und des Staatskapitalismus nach. Es gilt, sich mit den Ideen des Marxismus zu bewaffnen, um das kommende Jahrtausend im Interesse der Massen zu gestalten und deshalb sein bestes zu geben, um es so schnell wie möglich mit dem Einstand der klassenlosen Gesellschaft beginnen zu können.
Kommt zum Marxismustag nach Köln und baut mit uns - gerade in den traurigen Zeiten von heute - den Kern der Partei auf, die die Welt aus den Angeln heben kann, wenn die Arbeiter aus der Defensive heraustreten und ihre Sache in die eigene Hand nehmen.

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