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AIDS: Der vermeidbare
Tod Afrikas
»In manchen Dörfern in Tansania oder Kenia gibt es
keine Bewohner im Alter zwischen 20 und 35 Jahren ... Haushalte
werden zum Teil von Achtjährigen geführt.« So
Urban Jonsson, der zuständige Direktor des UN-Kinderhilfswerks
Unicef über die dramatische Ausbreitung des HIV-Virus in
Afrika.
»In Ländern wie Sambia ist ein Drittel der Bevölkerung
an AIDS gestorben, stirbt gerade oder wird an AIDS sterben.«
Beispielsweise ist die Lebenserwartung in Botswana in den letzten
10 Jahren durch die hohe AIDS-Sterblichkeit von durchschnittlich
61 auf 50 Jahre gesunken.
Eine Studie ergab, daß mehr als ein Viertel aller Frauen
in Afrika nicht wissen, wie sie sich gegen AIDS schützen
können.
Fast 10 Millionen Kinder in Afrika sind AIDS-Waisen. Rund zwei
Millionen Afrikaner sterben jährlich an AIDS. Der Verlust
der Eltern zwingt viele der Kinder in die Prostitution, bitterste
Armut und Obdachlosigkeit. Viele werden selbst Opfer der Krankheit
oder sterben an Verwahrlosung.
Im Westen ist eine HIV-Infektion längst nicht kein sicheres
Todesurteil mehr. Teure Medikamente können in sehr vielen
Fällen ein Leben mit der Infektion sicherstellen. Aber für
Afrika und den Rest der "Dritten Welt" gilt das nicht.
Die Profitlogik des Kapitalismus verhindert die Gesundheit von
Abermillionen Menschen.
Aber von mehr als 1.200 neuen Medikamenten, die zwischen 1975
und 1997 auf den Markt gebracht wurden, waren nur elf für
die "Dritte Welt" bestimmt. So Daniel Berman von der
internationalen Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen".
Die teure Erforschung von Massenimpfstoffen, die billig sein
sollen, werden von der Industrie nicht besonders betrieben.
Stattdessen wird für profitable "Lifestile"-Medikamente
wie Viagra und gegen Haarwuchsmittel u.ä. geforscht.
Teure Medikamente wie etwa gegen AIDS können sich die Kranken
in der "Dritten Welt" nicht leisten.
Der Kapitalismus beweist immer schneller und in immer perverseren
Dimensionen, wie seine Profit- und Konkurrenzlogik über
Leichen geht.
Ein Recht auf Gesundheit, wie es den Ärzten ohne Grenzen
vorschwebt läßt sich nur in einer solidarischen Gesellschaft
durchsetzen.
Pakistan: Das Militär und die Krise
Anfang Oktober putschten die Generäle in Pakistan die vor
einem Jahr noch mit großer Mehrheit gewählte bürgerliche
Regierung. Das Parlament wurde umstellt und die Regierung unter
Hausarrest gesetzt.
Begründet wurde die Machtergreifung der Militärs mit
der ungenügenden Aggressivität der alten Regierung
im Kaschmir-Konflikt mit Indien. Pakistan hatte nach einem tagelangen
Schlagabtausch seine Truppen zurückgezogen.
Das pakistanische Kapital steht unter sehr starkem Druck und
ist verzweifelt auf der Suche nach einer Ausweitung ihrer Profite.
Eine laxe Handhabung des Kaschmir-Konflikts kann es sich nicht
mehr leisten.
Pakistans Auslandsverschuldung liegt bei 32 Milliarden Dollar,
das Land hängt am Tropf des IWF. Die vom alten Machthaber
Sharif geplanten einschneidenden Kürzungen waren am Widerstand
der herrschenden Elite und Politikern aus den eigenen Reihen
gescheitert. Der neue Militärchef des Landes, Musharraf
muß Kürzungen bei den Massen durchsetzen - genau da,
wo so gut wie nichts mehr zu holen ist. Außerdem muß
er einen aggessiveren Ton auf dem Weltmarkt anschlagen. In einem
Konflikt mit Indien um die Kaschmir-Region stehen sich dann zwei
Atommächte gegenüber.
Laut der 'Frankfurter Rundschau' war die Aussage eines Analysten
im Finanzzentrum Karachi:
»Entweder spielt man weiter die politischen Spielchen mit
einem Land, das einen leeren Magen hat, oder man baut eine starke
Wirtschaft und Nation auf, und opfert dafür einige demokratische
Rechte.«
Das Militär ist angetreten, beides durchzusetzen.
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