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Asylrecht
Innenminister Schily spielt mit seinen Lügen den Nazis in
die Hände
Seit Ende 1992 gibt es in Deutschland kein einklagbares Recht
auf Asyl mehr im Grundgesetz. Das scheint einigen Politikern
- ganz vorn dabei Innenminister Otto Schily - hierzulande aber
nicht zu genügen.
Während die Bundesregierung von einer Anerkennungsquote
politischer Flüchtlinge von 20% spricht, behauptet Schily
einfach, nur 3% seien keine reinen Wirtschaftsflüchtlinge.
Aber eine Unterscheidung zwischen politischen und wirtschaftlichen
Flüchtlingen ist verlogen. So gut wie alle Menschen, die
aus der Dritten Welt oder den Schwellenländern in die Industrieländer
kommen, um dem Elend ihres Heimatlandes zu entgehen, fliehen
nicht, um sich hier Luxusgüter leisten zu können, sondern
weil ihre Existenz bedroht ist. Und diese Situation haben die
imperialistischen Länder geschaffen, in die die Immigranten
nun genötigt sind zu fliehen.
Die Imperialisten haben die Märkte und die Länder der
Dritten Welt zerstört und zerstören sie weiterhin,
indem sie Kriege führen, protektionistische Wirtschaftspolitik
betreiben und ihre Produkte durch massive Subventionen auf dem
Weltmarkt so billig anbieten können, daß die Dritte
Welt (die in Wirklichkeit viel billiger produziert) zugrunde
geht. Also laufen auch die Wirtschaftsflüchtlinge nicht
vor einer ökonomischen Situation weg, sondern von einer
politisch geschaffenen.
Wenn Schily also sagt, 97% der Menschen, die in Deutschland Asyl
suchen, seien reine Wirtschaftsflüchtlinge und damit nicht
"asylwürdig", dann ignoriert er einfach, daß
es die Politik seiner Regierung ist, die die Leute aus ihren
Ländern zwingt.
Walter Döring, der stellvertretende FDP-Vorsitzende forderte
nach Schilys Hetzkampagne, das Asylrecht doch einfach ganz abzuschaffen.
Verständlicherweise bezeichnete ein grüner Politiker
Schily als "Affen der Rechtsradikalen", denn seine
Rechnung ist aufgegangen: Die Flüchtlingsbeauftragte berichtet
von einem nie dagewesenen Rückgang von in Deutschland Zuflucht
suchenden Menschen. Dabei sind die Fluchtursachen keineswegs
weniger geworden, der Kosovokrieg brachte neue Flüchtlingsnot.
Doch gerade mal 3.500 Flüchtlingen wurde in diesem Jahr
in Deutschland Asyl gewährt, weiteren 8.000 Abschiebeschutz
zugesagt.
Und anstatt Flüchtlingen, wie etwa den kurdischen, zu helfen,
die von der Türkei auch mit deutschen Waffen massakriert
werden, hat der Aus senminister Joschka Fischer nichts besseres
zu tun, als den Folter-und-Mörderstaat in die EU-Kandidatenschaft
zu hieven. Sollte er tatsächlich in die Union aufgenommen
werden, dann steht Flüchtlingen aus der Türkei überhaupt
kein grundgesetzliches Asyl mehr zu.
Mit einer derart unehrlichen und fremdenfeindlichen Politik zieht
Schily mit seinem Vorgänger Kanter ohne weiteres gleich,
indem er das Asylrecht auf einen Gnadenakt beschränkt und
somit der Willkür deutscher Abschiebepraxis freie Bahn macht
und letztendlich die rassistische Gewalt der braunen Horden legitimiert
- denn sie gehen ihm zufolge ja gegen Menschen vor, die eh kein
Recht haben, sich in Deutschland aufzuhalten.
Was wir an Schily sehen können ist, dass die Asylpolitik
keinesfalls dadurch bestimmt wird, welche Partei regiert, sondern,
dass auch hier allein das Kapital entscheidet. Unsere Forderung
hingegen lautet:
Grenzen auf für alle.
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