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KK 26
Editorial
Kurz ist der deutsche Kleinbürger aufgeschreckt. Die Obermoralisten
aus dem Parlament haben jetzt selber gegaunert. Die schöne
Mär vom braven Christdemokraten ist zerplatzt.
Die Arbeiter wussten schon immer, dass man "denen da oben"
nicht trauen kann. Die tägliche Erfahrung im Betrieb lässt
einen die Realität von Oben und Unten klarer erkennen.
Nur auf dem "linken" Auge sind die meisten Kollegen
blind. Die SPD konnte von der "Spendenaffäre"
profitieren, und so scheint die kapitalistisch gleichgewichtige
Wirklichkeit wiederhergestellt.
In Österreich konnte der Nazi Haider aus der Klüngelei
der beiden Volksparteien SPÖ und ÖVP Gewinn schlagen.
Hier hat die FDP Leihstimmen von der CDU erhalten, während
der Nichtwählerblock gewachsen ist.
Nicht profitieren von der Entlarvung der "heiligen"
Bürgerlichen von der christlichen Union konnte das revolutionäre
Blöckchen. Unsere Demos glänzten genauso wie immer
von der Abwesenheit der betrieblichen Basis.
Der Spendenskandal war somit ein gutes Lehrstück für
jeden Idealisten. Noch so kriminelle Gangsterstücke können
den Arbeiter nicht überzeugen, seine Sache selbst in die
Hand zu nehmen. Nur die gemeinsame Erfahrung innerhalb seiner
Belegschaft kann ihn weiter bringen. Der einzelne Arbeiter muss
sehen, dass sein Kollege auch streiken will, damit er sich auf
ihn verlassen kann und sich ebenfalls radikalisiert.
Die Kampfdynamik des Proletariats verläuft wie zu Marx'
Zeiten zuerst im Betrieb. Seine Lehre hat sich nach wie vor nicht
geändert.
Der Klassenkampf ist die einzige Möglichkeit, die alltäglichen
Betrügereien der Herrschenden zu beenden. Die Pressekampagne
hat höchstens zu einer Atempause in der Bestechung geführt
- aber auch nur vielleicht. Der grundsätzliche Betrug, das
kapitalistische System, die Ausbeutung, sie bleiben und es bedarf
der Machtfrage der Arbeiterklasse und des Aufbaus der revolutionären
Partei, um den Kriminellen mit Schlips und Kragen endgültig
beizukommen.
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